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Bamberg
Alkoholverbot

Sandstraße Bamberg: "Bei einem zweiten Shutdown geht die Gastronomie pleite!"

Das "Alkoholverbot" in Bamberg wurde erneut verlängert. Ein langjähriger Gastronomie-Mitarbeiter wendet sich via Facebook an Besucher der Sandstraße. Seine Wut richtet sich dabei besonders gegen rücksichtslose, egoistische Gäste.
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Alkoholverbot in Bamberg
Nachdem am Wochenende wieder viele Menschen in die Sandstraße strömten, wurde das "ToGo"-Verbot wieder verlängert. Ein Mitarbeiter des Lokals Stilbruch machte seinem Ärger daraufhin über Facebook Luft. Foto: Michael Memmel

"Die Gastronomie geht pleite, sollte es zu einem zweiten Shutdown kommen!", so beginnt der Beitrag bei Facebook, den Ulrich Herwig auf Facebook veröffentlicht. Herwig ist langjähriger Mitarbeiter des Kult-Lokals in Bamberg und richtet sich mit einem Appell an die Besucher der Sandstraße. Hintergrund ist auch das erneut verlängerte Verkaufsverbot alkoholischer "To-Go"-Getränke in der Innenstadt Bambergs. 

Das Verbot war nach einer kurzen Auszeit am Wochenende vom  24. bis 26. Juli erneut verlängert worden. Wieder hatten sich zu viele Menschen in der Sandstraße zum Trinken versammelt. Die Stadt Bamberg reagierte darauf und lud die Gastronomen, die Polizei, Hotelbetreiber, den Bürgerverein und IG "InterresSand" zu einem Informationsgespräch ein. Schnell sei klar geworden: Das bisherige Verbot zum "Außer-Haus-Verkauf" von alkoholischen Getränken an den Wochenenden war wirksam. Die Verlängerung gilt bereits seit dem 27. Juli und läuft noch bis zum 25. August 2020.

Bamberger Gastronom in Sorge um Existenz - Es geht nur mit Verboten

Gegen die Verordnung ist der Mitarbeiter des Lokals Stilbruch nicht. Er betont in seinem Posting, dass viele Gastronomen bereits vor dem Verkaufsverbot eine Übereinkunft getroffen hätten, nichts mehr nach 22 Uhr "ToGo" zu verkaufen, da dies nicht mehr vertretbar wäre. Zudem macht Herwig klar, dass das Verbot nicht zum Nachteil der Gastronomen sei. Seine Erfahrungen zeigten, dass die Gäste wieder mehr in die Lokale gingen und alles gesitteter ablaufe. Trotzdem betont auch er, dass sie sich natürlich auch im Stilbruch sehr freuen würden, wenn die "alte" Normalität zurückkehrt - auch wenn das wohl "noch viele Monate" dauern werde.

Seine Wut richtet sich nicht gegen das "To-Go"-Verbot, sondern vielmehr gegen die "Ignoranten, Möchtegernvirologen, egoistischen Partypeople, Verschwörungsheimer und und und", wie es in dem Post heißt. Er habe wirklich Angst, dass diese Menschen am Ende für den Ruin der Gastronomie verantwortlich sein werden.

Der Stilbruch-Mitarbeiter bezieht sich dabei auf Bilder der Polizei und weiterer Facebook-Nutzer. Zudem bestätigten auch andere Kommentare bei "Bamberg - Meine Stadt" das Menschengetummel in der Sandstraße.

"Aber ich habe überhaupt keinen Bock darauf, dass MEIN Job, MEINE Zukunft und die MEINER KollegenInnen aufs Spiel gesetzt wird, weil ein paar Idioten denken, sie wüssten alles besser, müssten mal wieder raus und nach Ihnen die Sintflut... Amen", schreibt Herwig abschließend.

In den Kommentaren bekam er dafür viel Zuspruch. Auch die IG "interesSAND" teilte Herwigs Beitrag. Einer der Kommentatoren sagte dazu, "Es geht anscheinend nur mit Verboten". Der Verfasser stimmte mit einem "klare Antwort: JA!!!" zu. Ein anderer dankte für die treffenden Worte und auch eine weitere Userin äußerte sich mit den Worten, "Super! Endlich mal einer der den Mund aufmacht!". Der Original-Beitrag wurde mittlerweile 25 mal geteilt (Stand 31.07., 12 Uhr).

Auch in anderen Städten in Bayern wird derzeit aufgrund ähnlicher Szenen wie in Bamberg über Alkoholverbote diskutiert. Um das Corona-Infektionsgeschehen einzudämmen, könnten Alkoholverbote im öffentlichen Raum folgen - und  Bamberg dem Freistaat als Vorbild dienen.

tl/ak