Wenn die Sambacher am morgigen Sonntag Kirchweih feiern, werden sie dies nicht in ihrem altehrwürdigen Gotteshaus, sondern in einer Notkirche tun. Seit einigen Wochen ist in der Pfarrkirche Sankt Antonius Abbas eine Innenrenovierung im Gange, die sich vermutlich noch über Monate hinziehen wird.

Derzeit ist die Fürther Firma Form & Farbe dabei, Wände und Decke von den Spuren der vergangenen Jahrzehnte zu reinigen. Das geschieht mit einem Spezialgerät, dem so genannten "Grecomat" und heißem Dampf. Der größte Teil der barocken Stuckdecke erstrahlt bereits wieder in zart-pastellenen Farben. Annette Faber vom Denkmalpflegeamt habe Wert darauf gelegt, dass der Stuck nicht mit neuer Farbe überstrichen wird, berichtet Kirchenpflegerin Irene Beck. Durch einen neuen Farbauftrag könnten Ornamente und Bändelwerk an Struktur verlieren.
Als nächster Schritt soll der Fußboden unter den Bänken in Angriff genommen werden.

Fehler bei der letzten Renovierung


Nach Meinung der Bauexperten wurde bei der letzten Renovierung in den Jahren 1964/65 der Fehler gemacht, dass der Untergrund zu sehr abgedichtet wurde. Die Feuchtigkeit sei dadurch in die Wände aufgestiegen. Die Folge waren dunkle Verfärbungen an Decke und Wänden. Jetzt soll der Boden so saniert werden, dass die Feuchtigkeit entweichen kann. Weichen muss auch die alte Heizung mit ihren unter den Bänken angebrachten Heizelementen. Statt dessen soll eine Wasser führende Ringleitung gelegt werden, die dafür sorgt, dass der Kirchenraum stets gleichmäßig temperiert und gleichzeitig das Mauerwerk trocken gehalten wird. Die Wärmezufuhr wird von der benachbarten Schule kommen. In der Kirche werde es zwar nicht so warm sein wie in einem Wohnzimmer, erklärt Pfarrer Wolfgang Eßel. Dafür sei die gleichbleibende Temperatur besser für die Bausubstanz und für die Kunstwerke. Diese wurden mittlerweile eingelagert, wobei man dem Kirchenpatron, dem heiligen Antonius als der ältesten Figur eine Spezialbehandlung angedeihen ließ.

Spannend dürfte für alle Beteiligten die Gestaltung des Altarraums werden. Denn die liturgischen Orte - Altartisch, Ambo und Taufstein sollen erneuert werden. Dafür will die Pfarrei eine Art Künstlerwettbewerb ausloben. Begleitet wird die Kirchenrenovierung durch den für Kunst und Kultur zuständigen Domkapitular Norbert Jung, der unter dem Aspekt "Weitergehen" ohne es zu wissen das Motto der Renovierung aufgegriffen hat. Nach Jungs Meinung sollen die Entscheidungen nicht nur Pfarrgemeinde- und Kirchenräte treffen. Vielmehr solle die junge Generation einbezogen werden.

Neue Orgel kommt dazu


Auf etwa 400.000 Euro ist die Kirchenrenovierung veranschlagt. Hinzu kommen noch weitere 250.000 Euro für eine neue Orgel. Das alte Instrument zu reparieren und restaurieren wäre wahrscheinlich teurer gekommen als eine neue Orgel, erklärt Pfarrer Eßel. Auflage der Denkmalpflege sei es, den vorderen Teil des Orgelgehäuses zu erhalten. Dieser Teil ist nach Meinung der Gutachter älter als die Orgel selbst.

Dann wäre da noch ein Reliquienschrein, der vor einigen Jahren aus der Wand hinter dem Hochaltar ausgebaut und zur Restaurierung gegeben wurde. Wie alte Fotos beweisen, war er ursprünglich in den linken Seitenaltar eingelassen. Im Zuge der Renovierung muss für den Schrein noch ein würdiger Platz gefunden werden.
Ob es gelingt, was Pfarrer Eßel als "Traum" bezeichnet, kann heute noch nicht gesagt werden: Dass die Osterliturgie 2013 wieder in der Kirche gefeiert werden kann.

Am Samstag gegen 16.30 Uhr werden die Burschen auf dem Kirchplatz den Kerwasbaum aufstellen. Den Erlös aus ihrem Kirchweih-Barbetrieb will die Dorfjugend für die Kirchenrenovierung zur Verfügung stellen.