Und die restliche Welt steht am Rande, schaut weg und macht es den drei Affen gleich: nichts hören, nichts sehen und schon gar nichts sagen.

Mit dieser Antikriegsperformance, zu der Purs Lied "Kein Krieg" erschallt, leiteten knapp 50 Radler der Deutschen Friedensgesellschaft - Vereinigte Kriegsdienstgegner (DFG-VK) am Samstagnachmittag am Schillerplatz vor dem E.T.A.- Hoffmann-Theater den Auftakt ihrer Sternfahrt nach Berlin ein. Sie wollten damit aber auch symbolisieren, dass Kriege weder heilig noch gerecht sind.

"Als wir im November letzten Jahres unsere jährliche Friedensradtour planten, wussten wir nicht, welche Brisanz sie haben würde", betonte Thomas Rödl, Sprecher der DFG-VK, vor der Abfahrt.
Denn auch fast 70 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg würden noch immer verheerende Kriege auf der Welt toben: in der Ukraine, im Irak, in Syrien, in Israel und in Gaza.

Umso wichtiger sei es, dass von Deutschland aus die Abrüstung beginge. "Wir fordern daher von der Regierung die Abschaffung der Bundeswehr, die Beendigung der deutschen Auslandseinsätze, den Abzug aller Atomwaffen aus Deutschland sowie die Schließung aller ausländischen Militärstützpunkte" so Rödl weiter.

Ehe die Teilnehmer der Sternfahrt nach Berlin aufbrachen, zogen sie noch vor das Tor der US-Kaserne in der Weißenburgerstraße. "Trotz der starken Befürwortung des Standorts Bambergs durch Politiker, Wirtschaft, Presse und Bevölkerung, vor allem aus wirtschaftlichen Motiven heraus, darf man nicht die Kehrseite der Medaille vergessen", unterstrich Günter Winkler vom DFG-VK.

So sei die Bamberger Garnison an allen größeren US-Kriegen der Nachkriegszeit beteiligt gewesen. Ferner habe es seiner Meinung nach im Bamberger Stützpunkt wohl auch "Atomgranaten", sprich Kurzstreckenwaffen, gegeben.

"Bamberg wäre im Fall des Falles wohl unmittelbares Kampfgebiet geworden!", sagte Winkler. Danach machten sich die Friedensradler auf dem Weg in Richtung Berlin, wo sie am Freitag, den 15. August ankommen werden. Dort wollen sie im Rahmen des Friedensfestivals 1000 blaue Luftballons steigen lassen und eine mit möglichst vielen Unterschriften unterzeichnete Friedenserklärung an die US-amerikanische, französische und britische Botschaft übergeben.