"Die Bamberger sind sehr aufmerksam und wenden sich gerne an die Polizei", hält Thomas Schreiber von der Polizeiinspektion Bamberg-Stadt fest. Satte 1350 Mal nahmen die Beamten Hinweise wahr. Ein Verhalten, das möglicherweise den Kriminalitätstrend im Jahr 2019 mitgeprägt haben könnte.

Immerhin konnten 69 Prozent aller angezeigten Fälle aufgeklärt werden. In der Sitzung des Sicherheitsbeirates der Stadt Bamberg - ein Gremium, das mit gesellschaftlichen Vertreterinnen und Vertretern anstelle von Stadtratsmitgliedern besetzt ist - gibt die Polizei einen jährlichen Überblick über die Entwicklung der einzelnen Bereiche wie Straftaten oder Verkehrsunfälle.

Polizei Bamberg gibt einen Überblick: Straftaten 2019 zurückgegangen

Mit 5997 Fällen schlugen die Straftaten im Jahr 2019 zu Buche und gingen um beachtliche 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurück. Mit 69 Prozent sind die meisten Tatverdächtigen in der Stadt Bamberg wohnhaft. Bis auf das Delikt der Wohnungseinbrüche - 35 Mal musste hier die Polizei aktiv werden - sind alle anderen Bereiche rückläufig. Während 13 Prozent weniger Fahrräder entwendet wurden, sank die Zahl der Ladendiebstähle um knapp ein Viertel.

Auch bei den Rohheitsdelikten wie zum Beispiel Körperverletzung oder Raub gab es einen Rückgang von zwölf Prozent und eine beachtliche Aufklärungsquote von 90 Prozent. In 300 Fällen dieser Delikte spielte Alkoholeinfluss eine Rolle. 40 Mal waren dabei Drogen relevant.

Das sogenannte Anker-Zentrum in Bamberg-Ost (AEO) hatte die Beamten in den vergangenen Jahren viel beschäftigt. 2019 fiel die Zahl der Einsätze um 19 Prozent auf 877. Mit 203 aufgenommenen Straftaten - unter anderem 79 Fälle von Körperverletzung und zwei versuchte Tötungen - hat sich die Lage etwas entspannt. Hierbei wurden Strafen rausgerechnet, welche nur von Menschen mit ungeklärtem Aufenthaltsstatus begangen werden können, wie zum Beispiel der unerlaubte Aufenthalt. "Es ist sehr viel ruhiger geworden. Das zeigt, dass das Sicherheitskonzept des Ankerzentrums funktioniert", betont der Leiter der Dienstelle Schreiber. Sein Stellvertreter Alexander Rothenbücher ergänzt: "Die Beschwerden der Anwohner sind auf Null gefallen."

Straftaten gegenüber Polizisten gesunken: Bodycam trägt dazu bei

Nicht nur Straftaten zwischen Bürgern waren ein Thema der Sitzung: Die Straftaten gegenüber Polizeibeamten haben leicht abgenommen. In Bamberg verzeichneten die Ordnungshüter 160 Anzeigen. Durch 51 Fälle von körperlicher Gewalt wurden 36 Polizeibeamte im Einsatz leicht verletzt. Insgesamt 382 Polizeikräfte wurden geschädigt, worunter auch viele Beleidigungen fallen. "Die Nutzung der Bodycam wird momentan noch ausgewertet, aber wir können jetzt schon festhalten, dass es eine Wirkung gibt", erklärt Rothenbücher mit Blick auf die Pilotphase der neuen Technik.

Aufs Jahr gesehen rückten die Polizeibeamten 46 Mal am Tag für Einsätze aus. Ob sich die Lage weiter entspannen wird und ob mit Blick auf die aktuellen Diskussionen zu Polizeigewalt auch das Handeln der Einsatzkräfte kritisch betrachtet werden wird, kann der nächste Sicherheitsbeirat beweisen.