Im Pfarrheim Pettstadt, gleich neben der Kirche, haben Jugendliche und junge Erwachsene sofort mit Ausbruch der Corona-Pandemie etwas geschaffen, das seinesgleichen nicht nur in der Erzdiözese Bamberg, sondern nach Aussage von Fachleuten sogar innerhalb Deutschlands sucht. Dem stimmt auch der zuständige Pfarrer Wolfgang Schmidt ohne Zögern zu. Kein Wunder, ist er doch auch vom "Studio-Virus" infiziert und oft auf Sendung auf dem Kanal "Die Pfarreien des Ebrachgrunds".

Alle Beteiligten (Rachel, Anton, Ralph, Luise, Lukas, Veronika, Jonas, Rebecca, Ute und andere) haben im März sofort erkannt, dass es in den nächsten Wochen und Monaten eine neue digitale Verkündigung des Evangeliums geben muss - sonst erreicht man die Gläubigen und Interessierten nur sehr schwer oder gar nicht.

Rachel Bauer, Initiatorin und Kopf des Projekts erklärte es so: "Wir sollten als Kirche in der Corona-Pandemie nicht nur etwas zum Lesen haben, sondern auch zu sehen und zu hören sein. Deshalb gehen wir auf Sendung." Schnell wurden auch der Pfarrgemeinderat und die Kirchenverwaltung mit ins Boot geholt und von dem Projekt überzeugt. Sie stimmten auch einem finanziellen Budget zu. Neben einer Kamera und Studiolampen nahmen die Akteure aber viel Technik wie Laptop, Mischpult und anderes aus ihrem privaten Bereich mit zum Aufnehmen.

An einem eigenen Logo, das unverkennbar in jedem Beitrag erscheint, eingeblendeten Texten, Fürbitten und Liednummern, selbst komponierter oder entliehener Musik und weiteren Elementen erkennt man, dass hier nicht laienhaft, sondern professionell gearbeitet wird. So hat sich das Rachel vorgestellt und sie zieht es auch so streng durch: "Ich will kein Mittelmaß, sondern mit sehr guter Vorstellung die Leute gewinnen und halten." Die Technik- und Drehbuchkenntnisse können sich auch alle Interessierten aneignen, wenn sie zum Team kommen wollen.

Als Erstes wurde bereits am 22. März ein Gottesdienst aus der Pfarrkirche Mariä Geburt in Pettstadt gesendet. Es folgten aber auch Gottesdienste live aus Schlüsselau, Sambach, Frensdorf und sogar die Weihe der renovierten Kirche durch Erzbischof Ludwig Schick aus Stappenbach wurde auf Youtube und Instagram für viele zu einem echten Erlebnis, da sie wegen des Platzmangels nicht in der Kirche teilnehmen konnten, über diesen Kanal aber doch dabei waren. Die dankbaren und lobenden Kommentare bestätigten es.

Einen weiteren Bereich bilden die gesendeten "Impulse". Pastoralreferenten, Diakone, Gottesdienstbeauftragte, Pfarrgemeinderäte und weitere sprachen ihre eigenen oder die Gedanken anderer für die Zuschauer und Zuhörer. Damit sie nicht alles auswendig lernen mussten beziehungsweise zur eigenen Sicherheit und Kontrolle, konnten die Sprecher der Impulse ihren Text auf einem Teleprompter mitverfolgen, wie im Fernsehstudio bei vielen Ansagen, Statements oder Kommentaren.

Auch Pfarrer steuert Ideen bei

Das Lieblingskind von Rachel ist aber die Zeichentrickserie "Judith und Benjamin". Als Ministranten spielen die beiden zum Beispiel Kirche. Beni stellt sich dabei immer wieder etwas tollpatschig an und lässt so auch den Bischofsstab fallen. Mit dieser Darstellungsform aber erreichen die Macher die Kinder und Jugendlichen, also die Zukunft der Kirche, was im Studio als Ziel offen zugegeben wird. Am meisten freut sicht da natürlich Pfarrer Wolfgang Schmidt, der voll dabei ist und schon manche lustige Idee beigesteuert hat.

Wieso fragt nun Anton in einem Videoclip "Klappe, die Letzte?" Er erklärt dann selbst, dass es weitergehen soll, aber die Zeit für diese vielfältigen Arbeiten knapper wird und sie vor neuen Herausforderungen stehen. "Auf die täglichen Impulse werden wir verzichten", sagt er, "da auch die anvisierten Zuschauer oft nicht mehr die Zeit hätten, diese anzuklicken." Auf dem Instagramkanal können Interessierte aber noch mehr darüber erfahren und auch hinter die Kulissen des Studiobetriebs schauen.

Die Zahlen des Kanals "Die Pfarreien des Ebrachgrunds" können sich jedenfalls sehen lassen. Inzwischen gab es bereits 44 093 Aufrufe mit mehr als 2000 Wiedergabestunden, der Kanal hat inzwischen 481 Abonnenten. Nicht zuletzt dank Rachel, die viele ehrenamtliche Stunden in das Projekt gesteckt hat, wird es sicherlich nicht die letzte Klappe sein, sondern ein "Weiter" geben. Wer mehr erfahren möchte oder eine der mehr als 100 Produktionen sehen will, kann das über www.pfarrei-frensdorf.de.