Am Sonntag beginnt für die Pfarrgemeinde St. Josef im Bamberger Stadtteil Gaustadt nun auch offiziell eine neue Phase des Gemeindelebens. Nachdem Pfarrer Matthias Wünsche nach Erlangen gewechselt ist, hat am 1. September sein Nachfolger, Pater Solomon Sahayaraj MSFS, seinen Dienst als Pfarradministrator begonnen.

Bei einem festlichen Gottesdienst um 17 Uhr wird er in der Pfarrkirche St. Josef von Dekan Pfarrer Günter Höfer in sein Amt eingeführt werden. Daran schließt sich ein Stehempfang für alle Gemeindemitglieder auf dem Kirchplatz oder bei schlechtem Wetter im Pfarrheim an.

Guten Mutes geht der 1975 im südindischen Bundesstaat Kerala geborene Ordensmann seine neue Aufgabe an, im Vertrauen auf, wie er im Pfarrbrief schreibt, Jesus Christus, "der sich einem jeden von uns als Chef, als Kapitän, anbietet, der uns zum sicheren Hafen geleiten will".

Seit vier Jahren in
Deutschland

Der Geistliche, der der Einfachheit halber lieber nur Pater Solomon genannt werden will, kommt aus Kerala, einem stark vom katholischen Glauben geprägten indischen Bundesland. In Indien selbst bekennen sich nur 2,5 Prozent der Bevölkerung zum Christentum. Der Besuch einer von Klosterschwestern geführten Schule ließ in ihm den Gedanken wachsen, den Priesterberuf zu ergreifen und so trat er 1992 in Goa ins Priesterseminar ein.

Fünf Jahre später wurde er Mitglied des Ordens "Missionare des heiligen Franz von Sales" (MSFS). Zwischen dem Philosophie- und dem Theologiestudium absolvierte der Geistliche auch eine handwerkliche Ausbildung in der Metallbranche. Nach der Priesterweihe 2005 arbeitete er zeitweise als Druckereileiter im Ordensinstitut im zentralindischen Nagpur. Nach Deutschland kam Sahayaraj vor vier Jahren, zunächst nach Rehau bei Hof, dann als Seelsorgehelfer nach Neunkirchen am Brand. Die letzen beiden Jahre war er als Kaplan in Herzogenaurach tätig.

Pater Solomon freut sich auf seine neuen Aufgaben in der Gaustadter Pfarrei. Optimistisch sieht er auch der Zusammenarbeit mit Menschen anderer Nationalitäten entgegen, die diesen Stadtteil prägen. In Herzogenaurach hatte er schon mit Menschen anderer Religionen und verschiedener Kulturen zu tun.

Auch an seinem neuen Wirkungsort will der Geistliche den Kontakt zu seinen Mitbrüdern aufrecht erhalten. Das Gespräch mit den indischen Schwestern, die das Seniorenzentrum St. Josef leiten und dort arbeiten, wird ihm immer auch ein wenig die Heimat näher rücken.

Und wenn neben den vielen neuen Aufgaben, die es anzugehen gilt, noch etwas Zeit bleibt, dann wird der neue Pfarrer, der sich unter anderem auch für sportliche Aktivitäten interessiert, vielleicht in Deutschland unterwegs sein. In seiner Freizeit würde er hier Land und im Ausland gerne interessante Orte, aber auch Pilgerorte besuchen.