Wilfried Kuntke ist sich sicher, dass die Ausstellung von Passionskrippen in der Maternkapelle im Herzen der Altstadt hervorragend auf das Osterfest einstimmen kann. Der Aufbauleiter der Krippenschau, der gleichzeitig Zweiter Vorsitzender des Vereins der Bamberger Krippenfreunde ist, spricht von großer Liebe zum Detail, die die gezeigten Passionskrippen auszeichnen. Und von der Dramaturgie in der Leidensgeschichte Jesu, die diese Krippen widerspiegeln.

Letztes Abendmahl, Ölberg, Geißelung, Kreuztracht und Kreuzigung, Beweinung Christi: Auch Menschen, die nicht besonders bibelfest sind, können an den einzelnen Szenen den Leidensweg Jesu nachvollziehen. Und zugleich österliche Hoffnung schöpfen. Denn auch das leere Grab bekam seine Krippendarstellung wie ebenso der Auferstandene und die Begegnung Jesu mit den Emmausjüngern.

Rund 40 Krippen stellen in der Maternkapelle die Ereignisse rund um die Karwoche und das Osterfest dar. Dabei sind neben wertvollen alten Figuren wie die des Bamberger einzigen "Herrgottschnitzers" Franz Bauer auch solche neueren Datums zu sehen.


Passionskrippen zuhause sind ungewöhnlich



Aufbauleiter Wilfried Kuntke bescheinigt den Exponaten eine "hohe Qualität". Er räumt ein, dass sich wohl nur ausgeprägte Krippenfreunde Passionskrippen in ihre Privathäuser stellen. Oder "wer sich mit der Religion identifiziert", meint Kuntke. Zum Weihnachtsfest dagegen gehöre die Krippe "einfach dazu".

Die Passionskrippe, so ergänzt er, sei lange Zeit nur auf den Kirchenraum beschränkt gewesen. Erst Mitte des 18. Jahrhunderts habe sie Eingang in die Häuser gefunden.

Passions- oder Fastenkrippen drücken die religiöse Botschaft in besonderer Weise aus. Sie sollen zum Nachdenken und Innehalten anregen. Die etwa 1200 Besucher, die die Passionskrippenschau Jahr für Jahr in der Maternkapelle verzeichnet, gehen denn auch ausgesprochen still von Schaukasten zu Schaukasten.