• Bamberg: Offizierssiedlung wird zum neuen Wohngebiet  
  • Zur Miete stehen 30 Doppelhaushälften und ein Einzelhaus
  • Garage, Terrasse, Balkon: So sind die Häuser ausgestattet 
  • "Bezahlbarer Wohnraum" für Familien - Bewerbungsfrist endet bald 

In Bamberg entsteht derzeit ein neues Wohngebiet. Seit Mitte 2019 wird die alte Offizierssiedlung in der Buchenstraße saniert. Wo früher ranghohe Soldaten der US-Armee lebten, soll es bald bezahlbare Mietshäuser für Familien geben - in Bamberg aufgrund des angespannten Wohnungsmarkts eine Rarität. Bei einem Ortsbesuch von inFranken.de gab der Geschäftsführer der Stadtbau Bamberg, Veit Bergmann, im Februar Einblicke in den Stand des Projekts und gewährte einen exklusiven Einblick in die Räume des neuen Bamberger Wohnviertels. Nun endet die Bewerbungsfrist bald - und inFranken.de fasst alle Infos nochmals zusammen. 

Neues Wohngebiet in Bamberg: Stadtbau nannte Grund für Verzögerungen bei Sanierung

Dass die Häuser "nach wie vor leer stehen" hatte die Bürgerinitiative "Army-Gelände in Bürgerhände" Anfang des Jahres in einem Statement bei Facebook scharf kritisiert. "Bamberg benötigt dringend bezahlbaren Wohnraum", heißt es dort. Der Großteil der "31 Reihenhäuser" sei "komplett saniert". Die Häuser "erstrahlen seit einigen Monaten im neuen Glanz und trotzdem ist bisher keine junge Familie eingezogen". Stutzig machte die Bürgerinitiative insbesondere, "dass offensichtlich weder das geplante Blockheizkraftwerk noch der Fernwärmeanschluss gebaut wurden". 

"Fährt man vorbei, wundert sich sicherlich jeder von außen, warum das nicht fertig ist", so Stadtbau-Chef Bergmann im Februar 2022. "Nach dem Kauf 2018 durch die Stadt hingen wir lange in der Warteschleife, weil es wegen der Kosten eine Zustimmung durch den Haushaltsausschuss des Bundestages brauchte", erklärte er. Weil zwei Förderanträge bewilligt werden mussten, hätten die Arbeiten erst Mitte 2019 begonnen. 

Die Versorgungsleitungen mit Strom, Wasser und Gas hätten durch die Gärten der Armee-Häuser geführt, weshalb man sie im Sinne einer "nachhaltigen Sanierung" aufwändig in die neu zu bauende Straße verlegen haben müsse. Deshalb habe man sich zunächst auf die Fertigstellung der Gebäude konzentriert, so Bergmann vor zwei Monaten. "Die Fundamente für die Nahwärmestation wurden eingebracht, der Rohbau steht." Der Anschluss sei aber erst in der "nächsten Heizperiode sinnvoll, bevor die ersten Mieter in die Häuser einziehen". 

Bewerbungsfrist für Offiziershäuser endet bald - diese Interessenten haben gute Chancen

Noch bis zum 13. Mai 2022 läuft die Bewerbungsphase für die Offiziershäuser in Bamberg, dann endet die Frist. Man suche "junge Familien aus Bamberg, vorzugsweise mit minderjährigen Kindern, die sich den Traum von einem familiengerechten Zuhause erfüllen wollen und sich als Mieter hierfür bewerben wollen", erklärt die Stadtbau Bamberg auf ihrer Website. Um die Kriterien zu überprüfen, müssen Bewerber und Bewerberinnen einen Fragebogen ausfüllen

Aus diesem Bewertungsbogen ergebe sich dann eine Punktzahl, die aber "lediglich als Richtschnur für die Auswahl dienen" soll, heißt es. "Eine endgültige Entscheidung obliegt dem Eigentümer." Abgefragt werden unter anderem Wohnsitz und Arbeitsplatz, familiäre Situation, Einkommen und ehrenamtliches Engagement in Bamberg

Wichtig sei auch, dass man bei der Stadtbau Bamberg als "wohnungssuchend" geführt werde. "Sollte dies aktuell nicht der Fall sein, füllen Sie bitte die Onlinebewerbung aus und vermerken Sie bei 'Nachricht' 'Offizierssiedlung'", betont die Stadtbau Bamberg. Dann heißt es: warten. Bis zum 15. August 2022 sollen die Interessierten eine Nachricht erhalten, wenn sie unter den ersten 31 Bewerberfamilien liegen. Alle Infos und der Bogen finden sich auf der Stadtbau-Homepage unter diesem Link

"Bezahlbarer Wohnraum" für Familien in Bamberg: So viel kosten die Doppelhaushälften

Insgesamt stehen in der Buchenstraße künftig 30 Doppelhaushälften und ein Einzelhaus zur Verfügung. Es sei der "perfekte Lebensraum für junge Familien", wirbt die Stadtbau. Die Doppelhaushälften hätten jeweils sechs Zimmer und eine Gesamtfläche von jeweils 117 Quadratmetern, heißt es in der Projektübersicht, die inFranken.de vorliegt. Das Einzelhaus am Ende der Straße verfügt demnach über eine Fläche von 149 Quadratmetern - und ebenfalls sechs Zimmer

Jede Wohneinheit habe zudem eine eigene Terrasse mit Garten, einen Keller, einen Balkon und Garage vor dem Haus. Außerdem gebe es Fernwärme und Glasfaseranschluss. "Wenn man hier steht, dann erinnert es einen wirklich an eine typisch amerikanische Wohnsiedlung", findet der Stadtbau-Chef. Die Offizierssiedlung in Bamberg biete "bezahlbaren Wohnraum" im Grünen, gerade für "Familien mit mehreren Kindern". 

"Die monatliche Nettokaltmiete beläuft sich auf 990,00 Euro zzgl. 2,00 Euro/Quadratmeter/Betriebskostenvorauszahlung zuzüglich 50,00 Euro Garagenmiete. Kaution: 3 Nettokaltmieten", heißt es auf der Stadtbau-Homepage. Der Abschluss der Arbeiten in den Häusern sei aktuell für Mitte des Jahres geplant, die Straßenbauarbeiten sollen im September 2022 abgeschlossen sein. Bezugsfertig sollen die Häuser "voraussichtlich Anfang 2023" sein, heißt es, der Einzug im Frühjahr 2023 beginnen. Man kämpfte allerdings - bedingt durch die Corona-Krise - mit knappen Rohstoffen und Materialien, weshalb Verzögerungen bei der Fertigstellung der Gebäude nicht auszuschließen seien, hieß es im Februar. 

Einblick in die neuen Bamberger Mietshäuser: Sechs Zimmer mit Garage, Terrasse und Keller

Die Offizierssiedlung sei in drei Bauabschnitte eingeteilt, erklärte Bergmann. Im ersten Bauabschnitt am hinteren Ende der Buchenstraße liefen damals noch die restlichen Malerarbeiten, die Holztreppen in den Häusern wurden überarbeitet, auch liefen die letzten Elektroinstallationen. Im zweiten Bauabschnitt hingegen wurde im Februar verputzt, im dritten Abschnitt befand man sich noch im Rohbau.

Ein Blick in eines der bereits weit sanierten Häuser zeigt, wie künftig Familien in der Bamberger Offizierssiedlung leben könnten. "Der Wohnstandard der Amerikaner war anders als wir es gewohnt sind", erzählt Bergmann. Man habe "Asbestsanierungen" vornehmen müssen, "wir hatten heruntergefallene Decken und Dämmmaterialien, die bei uns gar nicht zugelassen sind". Ebenfalls ungewöhnlich: "Im Eingangsbereich gab es sehr kleine Zimmer, die für die Unterbringung von Hausmädchen gedacht waren." Daraus sind nun Räume entstanden, die etwa für ein Büro genutzt werden können. 

Viele der alten Türen habe man weitestgehend erhalten. Sie haben einen weißen Anstrich erhalten, die Böden wurden mit Vinyl-Parkett verlegt. Während sich im Erdgeschoss das große Wohn-/Esszimmer mit Küche und der kleine ehemalige "Maid"-Room befindet, sind Kinder- und Schlafzimmer im Obergeschoss zu finden - ebenso wie eine Nische, die etwa als Speisekammer nutzbar ist. Der Keller verfügt jeweils über drei Räume. Wegen der Nähe zur Pödeldorfer Straße verfügen alle Häuser über Schallschutzfenster, auch eine Lärmschutzwand ist geplant. Die Fassaden der Häuser in dem neuen Bamberger Wohngebiet wurden in Orange, Dunkelgrün und Beige mit weißen Fensterrahmen gehalten. 

Zweites neues Wohnprojekt in Bamberg geplant: Neubau in der Buchenstraße/Kiefernstraße

Die Buchenstraße soll nach den Plänen der Stadtbau Bamberg künftig in einem Ring zur Reihenhaus-Siedlung zur Kiefernstraße führen. Dafür wurden bereits zahlreiche Bäume gefällt und zwei Häuser abgerissen, eine Aufforstung sei aber vorgesehen.

Auf dem freigewordenen Gelände soll ebenfalls ein neues Wohnprojekt der Stadtbau Bamberg entstehen, wie Bergmann erzählte. Hier plane man "zwei Neubauten mit insgesamt 24 Wohneinheiten, die behindertengerecht und barrierefrei sind".

Allerdings komme man hier auf Mieten "deutlich über 7,50 Euro pro Quadratmeter, weil wir uns im Neubausegment befinden". Baubeginn war hier laut Stadtbau Bamberg für das Frühjahr 2023 geplant. 

Vorschaubild: © Daniel Krüger/inFranken.de