Als rundum gelungen empfand der Gemeinderat den erst vor kurzem eingeweihten Anbau der Kinderkrippe der Kindertagesstätte "Regenbogen" in Oberhaid. Bis der Anbau mit Kinderlachen und Leben erfüllt ist, wird es wohl noch ein paar Wochen dauern, gerade mal zwei Kleinkinder vergnügen sich derzeit coronabedingt als "Notbetreuung" in den komfortablen Räumlichkeiten der Krippe mit einem großen Krippen-, Ruhe- und Wickelraum.

Positiv sei, so Bürgermeister Carsten Joneitis (SPD) im Rahmen der Besichtigung, dass man bei 1,2 Millionen Gesamtkosten im Kostenrahmen geblieben sei. Dennoch sei dies ein großer Sprung, wenn man bedenke, dass die eigentliche Kindertagesstätte im Jahr 1998 gerade mal 750.000 D-Mark gekostet habe. 

Neue Kinderkrippe in Oberhaid: Fertigstellung bis Juni 2022

Doch mit dem Krippenanbau ist die Gemeinde noch nicht am Ende, denn weitere 15 Kinder stehen auf der Warteliste, so dass sich der Gemeinderat mit dem Anbau einer weiteren Kinderkrippe befassen musste. Architekt Jochen Eis aus Bamberg stellte hierzu die Pläne vor, deren Verwirklichung jedoch viel Tatkraft benötigt. Um einen bis zu 90-prozentigen Zuschuss zu erhalten, muss das Projekt bis zum 30. Juni 2022 fertiggestellt sein. "Machbar, aber sehr sportlich", nannte der Architekt den Zeitplan für den Anbau, der rund 500.000 Euro kosten soll. Angesichts der Bevölkerungsentwicklung in Oberhaid mit dem Zuzug vieler junger Familien sei, so der Bürgermeister, diese Investition vertretbar, auch wenn eine absolute Planungssicherheit im vorgegebenen Zeitrahmen bis 2032 nur bedingt gegeben sei. So befürwortete der Gemeinderat letztlich einstimmig den Anbau der weiteren Kinderkrippe und beauftragte die Verwaltung, die Förderung zu beantragen und den Architekten Jochen Eis mit der Planung zu beauftragen.

In diesem Zusammenhang wies die Kindergartenleiterin Petra Fläschel auf die erschwerten Arbeitsbedingungen in Coronazeiten sowohl für die Eltern als auch das Kindergartenpersonal hin. Carsten Joneitis appellierte an die "große Politik", bei allen Entscheidungen nicht die Basis, also die Familien und deren Kinder außer Acht zu lassen, denn diese gerieten zunehmend an die Grenzen ihrer Belastbarkeit.

Einstimmig war der Gemeinderat für eine zehnjährige Fristverlängerung für die Kiesausbeute mit anschließender Rekultivierung in der Kiesgewinnungsanlage in der Gemarkung Staffelbach. Eine neue Alternative bekommen auch Trauwillige in Oberhaid geboten. Einstimmig beschloss der Rat, im Garten der Weinstube "Altes Rathaus" in Unterhaid den Außenbereich als Trauungsstätte zu widmen. Ein Pavillon als Witterungsschutz soll vor den Unbilden des Wetters schützen, rechtliche Bedenken bestehen keine und die würdevolle Durchführung der Trauungszeremonie ist sichergestellt.

Bürgermeister Joneitis hat Sorge um Einnahmen

Für die Verwaltung wies Bürgermeister Joneitis auf die angespannten Gemeindefinanzen hin. So seien um 800.000 Euro geringere Gewerbesteuereinnahmen zu erwarten, ein Einkommensteuerrückgang sei zu befürchten und auch die zusätzlichen Kosten für die Corona-Pandemie würden den Gemeindesäckel mit rund 50.000 Euro belasten. Deshalb müssten neue Bauprojekte in den kommenden Jahren mit viel Bedacht angegangen werden.

Ein Dauerbrenner ist sei 25 Jahren die Forderung der Gemeinde nach der Errichtung einer Fußgängerampel in der Bamberger Straße an der Ecke Kirche/Bäckerei/Raiffeisenbank, die, so Joneitis, stark von Fußgängern und insbesondere Kindern frequentiert werde. Deshalb wurde erneut ein Antrag an das staatliche Straßenbauamt gestellt, eine solche Fußgängerampel zu installieren.