Auch Engel und der Weihnachtsmann tragen Schwimmwesten. Zumindest wenn sie irdischer Natur sind und beim traditionellen Nikolausschwimmen der BRK-Wasserwacht Bamberg teilnehmen. Zum 41. Mal veranstaltete die Ortsgruppe am Wochenende dieses imposante Schauspiel, bei dem allerdings auch ein Frachter eine Rolle spielte.

Das Interesse war groß. Besonders die Kettenbrücke war am 5. Dezember dicht bevölkert. Auch vom Ufer aus verfolgten zahlreiche Familien mit Kindern, wie der "schwimmende" Nikolaus mit seinen Engeln - begleitet von rund 60 Fackeltauchern - den Rhein-Main-Donau-Kanal von der Marienbrücke in Richtung Löwenbrücke entlang schipperte. Musikalisch begleitet wurde der Fackelzug von der Blaskapelle Gundelsheim, die mit weihnachtlichen Liedern auf die besinnliche Zeit einstimmte.


Drei Frachter

Allerdings mussten sich die Zuschauer heuer etwas länger gedulden. "Da wir die Wasserstraße wegen der Aktion nicht sperren können, muss Rücksicht auf die laufende Schifffahrt genommen werden", erläuterte Markus Petermann als Vorsitzender der Ortsgruppe Bamberg. Und just vor dem adventlichen Spektakel waren drei Frachter auf der Regnitz unterwegs. So ließ die Wasserschutzpolizei einen zunächst passieren, bevor zwischen den beiden anderen Schiffen der Nikolaus und seine Fackeltaucher an die Reihe kamen. Nur näherte sich eines dieser Schiffe schneller als geplant, so dass es nach 41 Jahren zum ersten Mal zur Begegnung des "schwimmenden Nikolaus" mit einem Frachtschiff kam. Was zur Folge hatte, dass der optische Genuss geschmälert wurde: Aus Sicherheitsgründen mussten die Taucher und Boote möglichst nahe ans Ufer heran - samt dem Nikolaus - um den Sogwellen zu entgehen, die das Schiff erzeugte.

Dennoch: dem Publikum gefiel die Aktion. Es spendete dem vorbeifahrenden Tross viel Beifall. Besonders freuten sich die Jüngsten, als unter der Löwenbrücke, wo der Nikolaus wieder festen Boden unter seinen Füßen bekam, Süßigkeiten verteilt wurden.

Die Idee zu dem alljährlichen Ereignis wurde laut Petermann übrigens vor rund vier Jahrzehnten am Stammtisch der Wasserwacht geboren. "Wir wollten damit auch der Bevölkerung unsere Einsatzbereitschaft im Winter zeigen." Unterstützt wurde die Ortsgruppe Bamberg heuer von der DLRG, dem Tauchclub und verschiedenen anderen Ortsgruppen der Wasserwacht. Zudem von der Stadt, die die Turnhalle für die Taucher zur Verfügung stellte, und den Stadtwerken, die die Taucher zur Marienbrücke transportierten.