Im Bericht über den Haushalt von Pettstadt ist auch von einer geplanten Beruhigung der Mainbergstraße die Rede. Im Gemeindeblatt wird dazu behauptet, dass das Verkehrsaufkommen in der Mainbergstraße unerträglich hoch sei und deshalb Gegenmaßnahmen unternommen werden müssten. So stehe seit Anfang des Jahres in der Mainbergstraße eine Geschwindigkeitsmessanlage, und es seien diverse riesige Betonpflanztröge als Hindernisse platziert worden. Nein, in diesem Wohnviertel gibt es keinen Kindergarten und keine Schule, aber der Bürgermeister und vier Gemeinderäte und andere Honoratioren wohnen dort!

Nun, im Gegensatz dazu "Main Street (Hauptstraße) Lives Do Not Matter": Die Hauptstraße war schon immer immens höher belastet als die Mainbergstraße. Neben dem hohen allgemeinen Verkehrsaufkommen gibt es schon seit vielen Jahrzehnten 23 Busverbindungen, darunter sieben Busse, die in 20 Minuten zum Bahnhof nach Bamberg fahren - bis auf die Schüler morgens und mittags allerdings meistens ohne Fahrgäste.

Die Belastung für die Anwohner der Hauptstraße scheint die Gemeinde also schon immer nicht zu interessieren. Im Gegensatz zur Mainbergstraße gibt es im Bereich einer (von zwei) Bushaltestelle(n) in der Hauptstraße keine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Kilometer pro Stunde - gerade dort, wo auch viele Schulkinder zu- und aussteigen. Für die Mainbergstraße konnte man kurzfristig entlasten (ohne wirklichen Grund), für die Hauptstraße gibt es nicht einmal eine Geschwindigkeitsbegrenzung!

Trotz der extrem schlechten Auslastung der schon vorhandenen Busverbindungen investiert die Gemeinde 300 000 Euro über fünf Jahre (ohne Ausstiegsklausel) für zusätzliche zehn Busse täglich, die in 40 Minuten am ZOB in Bamberg sind, und belastet die Hauptstraße mit zusätzlichem Lärm und Abgasen. Seit neun Monaten kann man beobachten, dass auch diese zwölf zusätzlichen Busse meistens leer fahren, selten finden sich dort ein bis zwei Fahrgäste.

Wer trägt die Verantwortung für diese Umweltbelastung durch unnötigen - Ausstoß und die Verschwendung von öffentlichen Geldern? Was könnte man alles wirklich Nützliches für 300 000 Euro machen? Verantwortung zu tragen, heißt in der freien Wirtschaft, dass Fehlentscheidungen Konsequenzen haben für den Entscheider. Gilt das im öffentlichen Dienst etwa nicht?

Angeblich fahren die zusätzlichen zehn Busse auf Wunsch vieler Bürger. Ich glaube, der Bürgermeister kann oder möchte nicht zwischen Wunsch und tatsächlichem Bedarf unterscheiden. Jeder Bürger wünscht, dass möglichst alle zehn Minuten ein Bus verfügbar ist, falls mal das Auto defekt ist - allerdings nur, wenn die Bushaltestelle nicht in der eigenen Straße ist! Wer fährt schon 40 Minuten für 5,20 Euro zum ZOB mit dem Bus, wenn er mit dem Auto zehn Minuten dafür benötigt? Oder er fährt alternativ zum P+R Parkplatz, falls er in der Innenstadt keinen Parkplatz finden wird.

Johann Starklauf

Pettstadt