Die ersten drei Turbinen des Wasserkraftwerkes an den Oberen Mühlen wurden 1983 von der Joseph Stiftung in Betrieb genommen. Sie befinden sich unterhalb des Steges zwischen dem Studentenwohnheim und dem Hotel St. Nepomuk.

2007 kam infolge von umfangreichen Umbaumaßnahmen an den Gebäuden zwischen dem Gästehaus "Steinmühle" und dem Hotel St. Nepomuk eine vierte Wasserturbine zur Stromerzeugung hinzu.

"Inzwischen jedoch sind die drei alten Turbinen nach mehr als 30 Jahren Laufzeit in die Jahre gekommen und müssen generalüberholt werden", erläutert Michaela Meyer, Abteilungsleiterin Energie bei der Joseph-Stiftung. Schließlich liefen die Turbinen bisher über 250 000 Stunden und hätten dabei so manchen Schaden davon getragen.

Besonders die Laufräder seien arg lädiert, was sich negativ auf den Wirkungsgrad bei der Stromerzeugung auswirke. Ferner sei das Material - damals baute man die Anlage überwiegend aus einem Bronzeguss - mittlerweile längst überholt. Inzwischen verwendet man hierfür Edelstahl.

Daher sollen nun ab Anfang April dieses Jahres jede der drei Turbinen nacheinander zerlegt, gereinigt und einzelne Bauteile sowie die Turbinenlaufräder ausgetauscht werden. Um aber an die Laufräder heranzukommen, müssen diese zuvor vom Wasser freigelegt werden.

"Dazu dämmen wir mit Alubalken sowohl vorne am Wassereinlauf als auch hinten beim Auslauf die Turbinenanlage ab und legen sie so frei", schilderte Meyer. Das überschüssige Wasser, das nun nicht mehr durch die trockengelegte Turbine fließen könne, werde über oder durch die anderen drei im Betrieb befindlichen Turbinen umgeleitet.

Und sollte es zu einem Stromausfall kommen (in diesem Fall kann kein Wasser durch die Turbinen fließen) oder wenn der Wasserstand aufgrund von hohen Niederschlägen ansteigt, wird man zusätzlich Wasser über den Walkspund ableiten.

"Natürlich versuchen wir soweit wie möglich die Wasserstände konstant zu halten. Dies wird aber nicht immer gelingen, daher könne es während der gesamten Bauzeit zu schwankenden Wasserpegeln kommen", erläuterte die Abteilungsleiterin für Energie. Dies sei aber eine regulierte Maßnahme und es bestehe kein Grund zur Beunruhigung.

Die Arbeiten an den drei Turbinen werden voraussichtlich bis Ende des Jahres andauern. Die Kosten alleine für den Maschinenbau belaufen sich laut Auskunft der Joseph Stiftung auf rund 800 000 Euro. Eine Beeinträchtigung des Stegs vom Studentenwohnheim zur Klosterbräu wird es ebenso nicht geben.

Er bleibt während der gesamten Bauzeit begehbar. Denn das schwere Material wird über den Innenhof des Studentenwohnheims angeliefert.