Scheßlitz
Einzug

Neuer Kindergarten im Langheimer Hof

Die Generalsanierung des "Langheimer Hofes" in Scheßlitz geht dem Ende entgegen. Die KiTa ist wieder zurück und mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Die veranschlagten Kosten von 1,68 Millionen Euro werden voraussichtlich überschritten.
Veronika Arnold mit einem Teil ihrer Kindergarten-Gruppe. Foto: Barbara herbst
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Schnell eingelebt haben sich die vier Kindergarten-Gruppen der Kindertagesstätte Scheßlitz. Seit einigen Tagen sind sie wieder in ihrem angestammten Haus im "Langheimer Hof", und der gefällt ihnen nach der Generalsanierung noch besser als zuvor. "Voll cool" ist die Sache für die Kids - ohne Genaueres zu wissen, müssen sie es einfach vom ersten Augenblick an gespürt haben. "Es gefällt uns einfach gut" sagen sie - andere Meinungen sind nicht zu hören.

Will man Näheres erfahren, muss man schon die KiTa-Leiterin Veronika Arnold fragen. Und auch die weiß gar nicht recht, wo sie anfangen soll: "Die Stadt Scheßlitz und die Architekten haben einfach ein Schmuckstück aus dem Langheimer Hof gemacht" sagt sie. Das fange schon beim Eingangsbereich an mit einem Foyer aus Glas und Stahl, das an das denkmalgeschützte Gebäude angefügt wurde. "Da können die Eltern ihre Kinder abgeben und Mittags auf sie warten". Besonders angetan sind die 18 Erzieherinnen von den Lärmschutz-Decken: "Unsere Ohren leiden nicht mehr, die Kinder können so laut sein wie sie wollen, wir müssen sie deshalb nicht mahnen". Dazu hat man natürlich viele neue Möbel und Spielsachen bekommen und die Eltern haben beim Umzug von Wiesengiech tatkräftig mitgeholfen. In zwei Schichten war das organisiert. "Aber auch in Wiesengiech hatten wir keine schlechte Zeit", sagt Veronika Arnold. Vor allem den großen Garten habe man im sonnigen Herbst noch wunderbar nutzen können.

Jetzt aber hat jede der vier Gruppen nicht nur einen, sondern sogar zwei Räume. "Da lassen sich die Gruppen sehr gut teilen, wenn man mit einem Teil etwas anderes machen will". Zuvor gab es für die vier Gruppen nur zwei solcher Zusatz-Räume. Sehr praktisch ist zudem ein neu geschaffener Durchgang von der Küche zum Esszimmer - früher musste man hier immer einen Umweg machen. "Die Architekten und die Stadtverwaltung haben da sehr flexibel reagiert, als wir das während der Bauzeit noch gewünscht haben".

Geblieben sind die Raumstruktur und auch das Treppenhaus im Barockbau, das in das Obergeschoss führt. Hier ist noch eine Gruppe und der Turnraum eingerichtet sowie der Bereich für die Kinderkrippe. "Der Umzug hat viel Spaß gemacht. Wir durften auch die Farben und Möbel auswählen", sagt deren Leiterin Jennifer Acker-Felsch. "Bis zum Frühjahr sollen auch die Außenanlagen fertig sein. Neue Spielgeräte bekommen wir auch". 24 Kinder sind derzeit in den beiden Krippen-Gruppen, 77 in den vier Kindergarten-Gruppen. Im Januar kommen voraussichtlich weitere hinzu.

Noch nicht in Betrieb ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe mit einer Leistung von 36 kW, die den gesamten Trakt heizen soll. Weil die Stromzähler noch fehlen, muss die 24-kW-Gasheizung einspringen. Installiert ist eine Wand- und Fußbodenheizung, so Projektant Jürgen Schmid.

Nur ein Wermutstropfen fällt auf den gelungenen Bau. Laut Architekt Peter Schickel werden die veranschlagten Baukosten von 1,68 Millionen Euro nicht eingehalten werden können. "Wir wollen unter der Zwei-Millionen-Marke bleiben" lautet die neue Zielvorgabe. Die Summe der Fördergelder, darunter 538 000 Euro für die Energetische Sanierung aus dem Konjunkturpaket II, beläuft sich auf rund 990 000 Euro, so Kämmerer Horst Bötsch.

Weiter an Schule Wiesengiech


Glücklich machen will der Stadtrat jetzt auch die Kinder der Grundschule Giech, die während der Nutzung ihres Schulhauses durch den Scheßlitzer Kindergarten in der Hauptschule in Scheßlitz ihren Unterricht erhielten und nach den Weihnachtsferien in ihre angestammten Räume zurückkehren sollen. Auf eine Reihe von "Abnutzungserscheinungen" hatten deshalb die Eltern der Klassen 1c bis 4c der Grundschule Scheßlitz - also der Giecher Klassen - den Stadtrat hingewiesen und der besah sich die Sache vor Ort.

Ergebnis: Neben einigen kleineren Arbeiten wie dem Streichen der Wände und der Anbringung von Kork-Pinnwänden - 20 Quadratmeter für jedes der vier Klassenzimmer - sollen vor allem die Bodenbeläge erneuert werden. Eine Scheßlitzer Firma könnte das bis zum Ende der Weihnachtsferien ausführen, ließ Bauamtsleiter Josef Dillig wissen. Unter Leitung von Zweitem Bürgermeister Roland Kauper - Stadtoberhaupt Franz Zenk (beide CSU) konnte wegen Krankheit die Zusammenkunft nicht leiten - wurde das Angebot zum Preis von 17 780 Euro angenommen. Die Malerarbeiten sind mit 8400 Euro veranschlagt.

Ebenfalls auf dem Wunschzettel der Giecher Eltern standen neue Fenster und neue Heizkörper. Dafür soll es eine "sinnvolle Lösung" geben, kamen die Stadträte überein. Im Winter wolle man die Heizung nicht "anpacken". Es sollen Angebote eingeholt und die Ausführung der Arbeiten in den Sommerferien angestrebt werden. Die Ausgaben sind im Haushaltsplan der Stadt für das Jahr 2012 vorzusehen. Dabei wird auch über eine Außendämmung des Gebäudes zu sprechen sein.

Ob denn die Zukunft der Giecher Schule auch gesichert sei, wurde gefragt. "Anhand der zu erwartenden Schülerzahlen ist der Bestand zumindest bis 2017 nicht in Frage", ließ Bürgermeister Kauper wissen.
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