Bamberg hat inzwischen nicht nur das modernste Operationszentrum in Bayern, sondern wohl auch das einzige in dem Popcorn verteilt wird. Allerdings, um keine falschen Vorstellungen aufkommen zu lassen, gab es die süße Leckerei nur gestern, als mit einem feierlichen Festakt der neue Operationstrakt eingeweiht wurde und in diesem Rahmen die Operationssäle auch für die Bevölkerung zur Besichtigung zur Verfügung standen.

Operieren unter Tageslicht
Während des Festaktes freute sich Xaver Frauenknecht, Vorstandsvorsitzender der Sozialstiftung, dass mit der Einweihung des neuen Operationszentrums nunmehr der dritte Bauabschnitt fertig gestellt werden konnte. "Darauf können wir sicherlich sehr stolz sein. Denn die neuen Operationssäle mit der ihr angeschlossenen zentralen Sterilgutversorgungsabteilung sind allesamt mit modernster Technik und vor allem mit Tageslicht ausgestattet", schilderte er.
Vor allem das Tageslicht in den Operationssälen, welches es bisher nur in ganz wenigen deutschen Kliniken gibt, werde sicherlich dazu beitragen, dass die Mitarbeiter sich sehr wohlfühlen werden an ihrem neuen Arbeitsplatz. Zumal sie damit endlich rauskommen würden "aus ihrer ewigen Dunkelkammer".

Tradition und Innovation
Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) hingegen lobte die lange Tradition des Bamberger Krankenhauses und dessen fortwährende Innovationen. "Selbst das im 18. Jahrhundert gestiftete ehemalige Krankenhaus in der Unteren Sandstraße diente schon damals vielen Hospitälern in Europa als Vorbild", berichtete sie.
Denn es besaß bereits im Jahre 1784 einen eigenen Operationsraum. Diese innovative Idee setze die Sozialstiftung mit dem jetzigen hochmodernen Operationszentrum fort, in dem sie eines der modernsten Operationszentren in Bayern geschaffen habe.
"Der Freistaat hat die Errichtung der zehn neuen OP-Säle mit 27,4 Millionen Euro gefördert. Doch damit ist ja noch nicht Schluss. Wir haben schon jetzt die Finanzierung der nächsten Sanierungsvorhaben am Klinikum am Bruderwald finanziell abgesichert", unterstrich die Ministerin.
Damit könne in Bamberg die Modernisierung ohne Unterbrechung fortgesetzt und auch ein vierter Bettenturm umgesetzt werden. Aber auch an anderen bayerischen Kliniken werde der Freistaat in Zukunft ausreichend finanzielle Mittel für notwendige Investitionen zur Verfügung stellen. Daher wurde im Doppelhaushalt 2015/2016 der entsprechende Förderetat auf dem hohen Niveau von jährlich 500 Millionen Euro fortgeführt.

Ein Qualitätssprung
Für Bambergs Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) ist das neue Operationszentrum ein weiterer "struktureller und logistischer Qualitätssprung für alle operativen Fachdisziplinen. "Es profitiert jeder Patient, der sich im Klinikum einer Operation unterziehen muss. Denn das neue OP-Zentrum bietet ein Höchstmaß an technischer Innovation und modernsten Arbeitsbedingungen für das Personal", unterstrich er. Zwar mache die Technik alleine den Menschen nicht wieder gesund, aber moderne Technik erhöhe die Patientensicherheit, und durch die Erleichterung des Alltags der Mitarbeiter bleibe letztendlich diesen auch mehr Zeit für die menschliche Zuwendung am Patienten.
Bis in die späten Abendstunden konnten interessierte Besucher sich im neuen Operationszentrum umsehen. Viele Hunderte nutzten dabei die Gelegenheit die neuen Säle von innen zu sehen und zwar aufrecht stehend und mit wachen Augen.
Die erste Operation soll voraussichtlich am 1. Juni in den neuen Räumen stattfinden.