Bamberg
Kulturförderung

Neue Bamberger Stiftung fördert Denkmäler

Der Leiter der Bamberger Dombauhütte hat eine Stiftung ins Leben gerufen, die vorrangig dem Bauunterhalt der vielen Denkmal-Gebäude in der Welterbestadt dienen soll. Mit 10.000 Euro legte Ulrich Först (37) den Grundstein aus eigenem Portemonnaie. Nun geht er an die Öffentlichkeit, um Zustifter und Sponsoren zu gewinnen.
Ulrich Först leitet die Dombauhütte und hat die Stiftung Domstadt Bamberg ins Leben gerufen.Foto: Barbara Herbst
Er kennt den Dom so gut wie wenige: Ulrich Först (37), Steinmetz, Steinbildhauer, Hochbautechniker und Restaurator im Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk und seit dem Jahr 2000 Leiter der Bamberger Dombauhütte. Weil er in dieser Position auch "mitbekommt, wo was im Argen liegt und wo die Mittel fehlen, um Abhilfe zu schaffen", hat der 37-Jährige die Stiftung Domstadt Bamberg ins Leben gerufen. Mit ihrer Hilfe hofft er langfristig einen finanziellen Grundstock für Maßnahmen und Vorhaben bilden zu können, die nicht durch andere Geldquellen abgedeckt sind, am Dom und anderen bedeutenden Bauwerken in der Welterbestadt.

Noch ist das Kapital der jungen Stiftung bescheiden. Es umfasst wenig mehr als die 10.000 Euro, mit denen Ulrich Först aus eigener Tasche den Grundstock gebildet hat. Nach gut einem Jahr sind jetzt alle Formalitäten erledigt, Faltblätter gedruckt, ein Internetauftritt (www.stiftung-domstadt-bamberg.de) gestaltet, ein Stiftungsladen gegründet, ein Logo entworfen. Als nächste und wichtigste Aufgabe sieht es Först jetzt an, die Stiftung mit Leben zu füllen und das Vermögen zu mehren. Er will sich in den nächsten Wochen und Monaten verstärkt um Geldgeber bemühen. Spender können ganz konkrete Projekte unterstützen, Zustifter dazu beitragen, dass der finanzielle Grundstock und damit der jährliche Zinsertrag wächst. Zustiftern, die wenigstens 800 Euro einzahlen, winkt als Dank ein Abguss des Domreiter-Kopfes.

Ein Vorhaben setzt der Stiftungs-Gründer bereits in die Tat um. Er lässt die Tradition der Zunftkleidung für die Mitglieder der Dombauhütte wieder aufleben. Rund 3000 Euro fließen in eine Grundausstattung für die 13-köpfige Stammbelegschaft. Bis zum Jahresende sollen alle Beschäftigten je eine Garnitur bekommen, bestehend aus einer beige-farbenen Cord-Hose und Cord-Weste und einem weißen Hemd mit Stehkragen. Dahinter steht Försts Idee, Besuchern auch durch ein einheitliches Erscheinungsbild die mittelalterliche Handwerkstradition zu veranschaulichen, in der die Bamberger Dombauhütte arbeitet. Auch wenn sie in ihrer heutigen Form erst 1929 wieder gegründet wurde, hält sie die alten Techniken der Steinverarbeitung hoch und gibt sie an den Nachwuchs weiter.

Ehefrau Stefanie unterstützt die Begeisterung ihres Mannes für Bamberg und seine steinernen Zeugnisse, indem sie den Stiftungsladen übernommen hat. Er firmiert unter der Pettstadter Familienadresse und soll seinerseits durch den Verkauf besonderer Artikel helfen, das Stiftungsvermögen zu mehren. Zum noch kleinen Sortiment gehören Mousepads, die die Domtürme aus einer ungewöhnlichen Perspektive zeigen, besondere Steinmetz-Arbeiten aus Naturstein und Gruppen-Führungen durch die Dombauhütte, nach Feierabend. Först rechnet gerade dafür mit großem Interesse, denn immer wieder tauchen Gäste unangemeldet in den Werkstatt-Räumen auf, die sich in der Alten Hofhaltung befinden.

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