Es scheint Land in Sicht in der Diskussion um Sperrzeitregelung, Partys und kulturelle Veranstaltungen bei Nacht. Zumindest für eine Entkrampfung der bis dato doch angespannten Lage könnte der "Runde Tisch" gesorgt haben, zu dem die Stadt Bamberg am Freitag geladen hatte. Die Runde tauschte sich über Sachverhalte aus, kam zu gewissen Teilergebnissen und will sich in absehbarer Zeit erneut treffen.

Am "Runden Tisch" saßen Vertreter der Stadt, der Universität und der Studentenschaft. Es ging dabei nicht um Schwarz oder Weiß, sondern um Zwischentöne und damit nicht um "Sperrstunde ja oder nein?"

Somit stand der Anspruch der Anwohner auf ungestörten Schlaf ebenso außer Frage wie derjenige der jungen Generation auf Kultur- und Nachtleben, sprich Feiern, zumal die Verbindung zwischen beidem plausibel erklärt wurde. Dank eines Vorschlags der Universität scheint man eine Lösung gefunden zu haben.

Der Bedeutung der aktuellen Sperrzeit-Diskussion gemäß war der "Runde Tisch" im Sitzungssaal des Rathauses am Maxplatz entsprechend besetzt und groß. Da waren Repräsentanten der Stadtverwaltung, allen voran OB Andreas Starke, dann die Vertreter der Stadtrats-Fraktionen - Helmut Müller (CSU), Wolfgang Metzner (SPD), Ursula Sowa (GAL) und Dieter Weinsheimer (FW-BR). Für die Gastronomen waren Volker Wrede und Günther Oppel, Michael Politz und Christopher Schuster für "Kultur braucht Zeit", Theresia Reiter und Lorenz Kutzer für "Kontakt Kultur", Lukas Hohendorf, Sophia Lösche, Paul Hummer und Christian Herse für die Studierendenvertretung.

Kerstin Seidenath, die die Leitung der Universität vertrat, war es auch, auf die der Lösungsansatz zurückgeht. Dieser sieht folgendermaßen aus: Demnach soll eine zentrale Stelle zeitlich und inhaltlich all die Events erfassen, die Studenten einer Fachschaft oder gesamten Uni planen. Sie werden in eine Liste eingeordnet, die ihrerseits zur Genehmigung an die Stadt geleitet wird.

Dieser Punkt war relativ leicht zu bearbeiten. Ein bisschen komplizierter wurde es dann bei der Sperrzeitregelung und den Kriterien für Ausnahmegenehmigungen.

Die Leiterin des Ordnungsamtes, Christine Feldbauer, erklärte zunächst die Gesetzeslage und ging dann auf die bisherigen Erfahrungen und Geschehnisse ein. Wobei sie ganz klar zum Ausdruck brachte, dass Bambergs Sperrzeitverordnung an sich bereits einen Kompromiss darstelle. Schließlich befürworte nicht nur die Mehrzahl der Bürger, sondern auch die Polizei und das Ordnungsamt selbst längere Sperrzeiten.

Sinnhaftigkeit angezweifelt

Volker Wrede, Betreiber des Live-Clubs und Vorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbandes, stellte prinzipiell die Sinnhaftigkeit einer Sperrzeit in Frage. Zumal sich keinerlei Verbesserung ergeben habe. Er erkannte aber zugleich die Notwendigkeit, einen Kompromiss zu finden, schon alleine wegen der Rechtslage. Er gab aber auch zu verstehen, dass er mit der derzeitigen Regelung leben könne.

Die Äußerungen der Studierenden zeigten dann gleichfalls, dass es ihnen nun wohl nicht (mehr) um eine Abschaffung oder Verkürzung der Sperrzeit gehe. Allerdings sei Fakt, dass sich das Ausgehverhalten junger Leute heute im Vergleich zu früher geändert habe.

Wert legten sie auf eine Differenzierung zwischen nächtlichen Partyveranstaltungen und kulturell definierbaren Angeboten. Wobei in Bamberg zwischen beidem eine enge Korrelation herrsche: Manche kulturelle Angebote (Konzerte) sind nur deswegen möglich, weil sie durch Partys querfinanziert werden.

Keine sofortige Ruhe

Einig war sich die Runde, dass sehr wohl zwischen Party-, Club- und Konzertkultur, und zwar genau, unterschieden werden müsse. Und: Eine 2-Uhr-Sperrstunde heißt nicht, dass ab da Ruhe herrscht, weil Partygäste dann oft noch auf der Straße weiterfeiern.

Weiter ging es dann um den Wunsch respektive der Notwendigkeit von "Räumlichkeiten für nichtkommerzielle Kultur". Allerdings blieb dieser Aspekt aus zeitlichen Gründen im Ansatz stecken. Stichwort Zeit: Noch vor der Sandkerwa will dieser "Runde Tisch" erneut zusammenkommen. der