Bamberg
Internationaler Museumstag

Museumstag trotzt Landesgartenschau

Ganz langsam ließ er sich an, der 35. Internationale Museumstag. Kein Wunder. Denn die Sonne strahlte schon am Vormittag von einem wolkenlosen Himmel und schon früh um neun kletterte das Thermometer auf 20 Grad. Bei Weitem kein Museumswetter. Die Landesgartenschau war am Sonntag eindeutig der größere Publikumsmagnet.
Bestens unterhielt in der  Sammlung Ludwig  "Gräfin Sophie Amalie von Seckenburg".  Foto: Ronald Rinklef
Bestens unterhielt in der Sammlung Ludwig "Gräfin Sophie Amalie von Seckenburg". Foto: Ronald Rinklef
+15 Bilder
} } } } } } } } } } } } } } }

"Aber auch bei starkem Regen kämen nicht viele Besucher ins Museum", meinte Regina Hanemann. Die Chefin der Museen der Stadt Bamberg sah dem zunächst ausbleibendem Besucheransturm gelassen entgegen. Schließlich hat sie Erfahrung. Seit zwölf Jahren schon nimmt das Historische Museum unter ihrer Führung am internationalen Museumstag teil und bisher war der Tag immer ein Erfolg. So wie am Sonntag dann doch auch noch.

Führungen durch die Dauer- und Sonderausstellungen, Mitmachaktionen für Groß und Klein und Museumsrallyes für Kinder waren im Historischen Museum in der Alten Hofhaltung, in der Sammlung Ludwig im Alten Rathaus und in der Stadtgalerie in der Villa Dessauer geboten. Aber auch im E.T.A.-Hoffmann-Haus, in der Staatsbibliothek in der Neuen Residenz am Domplatz und im Kesselhaus in der Unteren Sandstraße gab es Vorträge und viel zu sehen.

1350 Besucher

Gut angenommen wurde der Workshop "Löffelpercussion" in der Sammlung Ludwig und auch in der Villa Dessauer standen die Besucher teilweise in einer langen Schlange am Eingang an. Aber eben nur teilweise. "Es hätten gut doppelt so viele Besucher sein können", so ein erstes Resümee von Regina Hanemann am Nachmittag. Dennoch: Insgesamt kamen bis 16 Uhr 1350 Interessenten in die städtischen Museen, 550 davon allein ins Historische Museum. - Nicht viel weniger als sonst.

Überwiegend Fremde

Auch das Motto "Welt im Wandel - Museen im Wandel" scheint genau auf Bamberg zugeschnitten gewesen zu sein. "Zwar haben sich die Bamberger Familien heuer rar gemacht. Aber es kamen überwiegend Fremde", sagte Hanemann. Die fragten sich umso gezielter zu den einzelnen Ausstellungen durch.

Wer sich unvoreingenommen auf das breite Kunst-Angebot einließ, konnte einiges erleben. Beeindruckend war die Kurzführung mit Timo Saalmann, dem Kurator der Ausstellung "12 Kunsträume - von Picasso zu Beuys" in der Villa Dessauer: Ein bunter Spaziergang durch das 20. Jahrhundert. Sehr unterhaltsam geriet die Kostümführung in der Sammlung Ludwig im Alten Rathaus. "Gräfin Sophie Amalie von Seckenburg" erzählte nicht nur Informatives zu den Exponaten, sondern plauderte auch aus dem Nähkästchen. So erfuhr man das perfekte Rezept für eine Tasse heißen Kakao ("ein Teil Kakao, ein Teil Sahne und ein Teil Zucker"). Und hörte dann vom Skandal um eine Hofdame am Hof zu Berlin, die die Verhältnisse durcheinandergebracht, zu viel Kakao genommen und tatsächlich ein schwarzes Mohrenkind zur Welt gebracht hatte.

Auch die Kinder hatten viel Spaß. Sei es beim Malen von Fensterbildern mit Öl-Pastell-Kreide auf Transparentpapier unter fachkundiger Anleitung von Ulla Reiter in der Villa Dessauer, sei es beim betreuten Basteln eines mittelalterlichen Würfelspiels im Historischen Museum.
Lesen Sie auch