"Das Ganze nimmt immer mehr Fahrt auf." Bürgermeister Johann Kalb (CSU/ ZWdG) war anzuhören, was er vom Jahresbericht von Museumschefin Tanja Roppelt erwartete: nicht mehr und nicht weniger als eine Erfolgsgeschichte. Und die soll weitergeschrieben werden. "Jetzt bauen wir das ganz stark aus", kündigte Kalb im Gemeinderat an. Dabei ist der große Ausbau schon geschafft. Mit der Eröffnung des Erweiterungsbaus im Mai 2011 haben sich für das Museum ganz neue Möglichkeiten eröffnet. Die werden zum Teil auch schon genutzt, wie Roppelt berichtete.

So hat man jetzt etwa Raum für Veranstaltungen, den man im verwinkelten Geburtshaus des Jeans-Urvaters Levi Strauss nicht hatte. Mit dem 1,5 Millionen Euro teuren Um- und Anbau des Nachbarhauses sind zu den vorher etwa 130 Quadratmetern knapp 400 dazugekommen. Darunter ein Veranstaltungsraum, der maximal 70 bis 80 Personen fasst.

Erste Vorträge, bei denen das Raumkontigent ausgeschöpft wurde, waren etwa die Vorstellung der neuen Levi-Strauss-Biografie des Pautzfelders Hans Schaub oder der CHW-Vortrag von Kreisheimatpfleger Wolfgang Rössler über Johann Modschiedler. Weil bei diesen Veranstaltungen auch das Stuhlkontingent des Hauses völlig ausgeschöpft wurde, wünscht sich Roppelt "noch 20 Stühle". Bürgermeister und Gemeinderat signalisierten Einverständnis zu der Anschaffung und stellten auch ein Whiteboard für multimediale Vorträge und Seminare in Aussicht. Kurzfristig abgesagt werden musste im letzten Herbst die Veranstaltung mit dem US-Künstler James Rizzi im Oktober. Rizzi war schwer erkrankt und verstarb kurz darauf. Geblieben ist den Buttenheimern eine vom Künstler noch kurz vor seinem Tod bemalte Levi's-501-Jeans. Bürgermeister Kalb schätzt deren Kunstmarktwert auf "deutlich im sechsstelligen Bereich".


Trausaal im Museum



Neben Vorträgen und Seminaren kündigen sich im Levi-Strauss-Museum noch weitere Nutzungsmöglichkeiten an. So sollen dort künftig auch Trauungen stattfinden. Das hat der Gemeinderat bereits beschlossen, nun muss der Raum noch als Trausaal gewidmet werden. "Ein Ort, an den man sich auch noch nach der dritten Eheschließung erinnert", merkte Kalb scherzhaft an.

Aktiv war das Museum im vergangenen Jahr aber nicht nur in den eigenen neuen Räumen. So gab es beispielsweise in Zusammenarbeit mit der Uni Erlangen die Levi-Strauss-Lectures, einen Jazzfrühschoppen beim Bamberger Blues- und Jazz-Festival oder eine Ausstellung im sächsischen Reichenbach. Dort knüpfte Roppelt auch gleich Kontakte für eines ihrer neuen Vorhaben. 2014 soll es anlässlich "25 Jahre Mauerfall" eine Sonderausstellung über Jeans in der DDR geben.

Zuvor ist aber der "Mythos Cowboy" geplant. Die Ausstellung soll im Juli starten. Roppelt würde dabei gerne auch Western zeigen - was aber wohl an den Kosten scheitern wird. So will etwa Warner Brothers dafür 500 Dollar pro Minute. Ebenfalls in diesem Sommer ist ein Auftritt bei der Landesgartenschau in Bamberg geplant. Im Pavillon des Landkreises ist vom 21. bis 27. Juni ein Platz gebucht.

Für einen weiterhin starken Zuspruch zum Levi-Strauss-Museum scheint also gesorgt zu sein. Zwar lag die Zahl der zahlenden Besucher 2011 mit 13.500 im Schnitt der letzten Jahre. Doch während des Umbaus bis Mai waren es 1500, aber allein im zweiten Halbjahr dann 12.000. Roppelt rechnet also damit, "durch den Neubau die Besucherzahlen entschieden steigern" zu können. So verzeichnete sie jüngst "deutlich mehr Busgruppen". Und auch der Shop, der vom Förderverein betrieben wird, laufe "hervorragend".