Im Januar 2013 geht der Sterne-Koch Alexander Herrmann auf Tournee mit seiner Koch-Late-Show "Sterne küche durchgedreht". Am Montag, 7. Januar, gastiert er mit dieser Show in der Bamberger Konzerthalle. In einem Interview hat er zuvor einige Fragen zu dieser Show beantwortet.

Herr Herrmann, was zeichnet ihre neue Show aus?
Alexander Herrmann: Meine Show verbindet Kochen, Boulevard und Musik. Die Zuschauer bekommen ein Maximum an Informationen zum Thema Kochen und zugleich viel Unterhaltung geboten. Das gibt es in dieser Form noch nicht.

Heißt das, dass Sie den herkömmlichen Koch-Shows nicht trauen, den Zuschauer für das Thema zu begeistern?
Das tun sie schon, aber man muss die Gesellschaft mitnehmen. Man muss darauf reagieren, was die Menschen bewegt. Es gibt so viele Themen in der Kulinarik, die im TV und auf der Bühne noch nicht erfasst worden sind und hier sehe ich eine Lücke. Diese Show ist auch eine Erweiterung in punkto Unterhaltung. Es gibt Menschen, die das Thema Kochen abtun, die es nicht interessiert. Durch den Unterhaltungsaspekt in meiner Show, gehe ich davon aus, dass ich diese Zuschauer auch erreichen kann. Ich möchte das Thema "Kochen" größer, wichtiger machen, als dies bisher der Fall war.

Was erwartet die Zuschauer in Ihrer Show, in der alles live vor ihren Augen geschieht?
Die Show, die drei Stunden dauert, setzt sich im Grunde aus zwei Shows zusammen. Das ist zum einen die Koch-Show, in der ich sechs Gerichte präsentiere. Es ist eine Sterne-Küche für zu Hause. Meine Gerichte können von jedermann nachgekocht werden, denn es geht um grundsätzliche Dinge. Beispielsweise: Wie bereite ich die perfekte Ente oder das perfekte Fleischgericht zu? Ich demonstriere den kompletten Prozess von der Zubereitung des Fleischs bis zum Ende, wenn das Fleisch zart rosa gegessen werden kann. Und ich verweise auch auf die Fehler, die vermieden werden können.

Haben Sie in der Auswahl Ihrer Gerichte auch etwas, was bisher noch nicht in anderen Koch-Shows gezeigt wurde?
Natürlich präsentiere ich einen Knaller: eine Currywurst nach Sterne-Koch-Art.

Welchen Unterschied gibt es zwischen einer gewöhnlichen Currywurst und einer Sterne-Koch-Currywurst?
Alexander Herrmann: Ich will an dieser Stelle nicht zuviel verraten. Aber zu allererst brate ich die Wurst sehr knusprig. Und dann bereite ich eine Soße aus Tomaten, Chili, Curry, Knoblauch zu, die man so noch nicht kennt. Eine Knaller-Wurst eben (lacht).

Wie sieht die andere Show aus, von der Sie sprachen?
Zwischen jedem Koch-Moment kommt ein besonderer Block. Ich zeige Kuriositäten aus den Bereichen Kulinarik und Gastronomie, von denen es etliche gibt. Außerdem gibt es auch den Block "Pleiten, Pech und Pannen", die mir auch selbst widerfahren sind.

In Ihrer Show arbeiten Sie mit der Bastian Pusch-Band zusammen, die den meisten Zuschauern aus der "Bullyparade" bekannt ist. Wie kam es zu dieser Kooperation?
Für solch eine Show braucht man Profis, die sich in auskennen. Die Musiker müssen spontan, müssen sich auf den Rhythmus einstellen können. Und sie müssen natürlich eine Affinität zu dem Thema Kochen und Genuss mitbringen. Ohne das geht es gar nicht. Wir hatten Situationen, da hat die Band eine Aktion von mir mit Musik unterlegt, wo ich nur noch sagen konnte: Das passt!

Wofür steht der Begriff "Boulevard" in Ihrer Show? Geht es um die Küche der Stars und Sternchen?
Es geht mir nicht darum, bei anderen Köchen in die Töpfe zu gucken, sondern vielmehr um die unendlich vielen Kuriositäten, die sich beim und um das Kochen abspielen. Essen und Trinken gehört ebenfalls dazu. Auch das Thema "Köche und Journalisten" wird erwähnt.

Sie haben im Januar über 20 Auftritte mit Ihrer Late-Night-Kochshow, Sie treten in zahlreichen weiteren Kochshows auf, geben Interviews und sind insgesamt sehr viel unterwegs. Leidet Ihre Kochkunst darunter?
Nein, im Gegenteil! Ich lerne immer wieder dazu, sehe viel. Im Vergleich mit anderen Köchen sehe ich, wie hoch die Messlatte liegt und wo ich selbst stehe.

Wie stark ist der Einfluss der fränkischen Küche auf die Gerichte, die Sie präsentieren?
Der Einfluss ist groß, wenngleich ich die fränkische Küche modern darstellen möchte. Ich verwende Produkte aus der Region, wie etwa Saibling, verwende Aroma-Kombinationen, die regional geprägt sind und bereite sie zum Teil traditionell zu. Für mich schafft regionale Küche Identität und sie ist zugleich eine nachhaltige Küche.

Die Fragen stellte Barbara Pittner.