Prälat Hans Wich beruhigt in seiner väterlichen Art die Mesner und Mesnerinnen: "Sie müssen keine Gelehrten und Theologen sein", fasst der Geistliche Beirat der Mesnervereinigung der Erzdiözese Bamberg seine Ausführungen zusammen. Wich hatte bei diesem Auffrischungskurs im Pfarrheim St. Anna über die "richtige und rechtzeitige Vorbereitung für eine würdige Liturgiefeier" gesprochen. Und klar gemacht, dass gerade für den Beruf des Mesners die "religiöse Grundeinstellung eine unabdingbare Voraussetzung ist": "Er versteht seinen Dienst wesentlich von innen heraus", betonte Wich. Einen Dienst als "Hüter des Gotteshauses, als Helfer des Priesters und Vorbild der Gläubigen".

Christian Kaufmann (44), Bernhard Gasseter (48) und Edgar Eisenbrand (68) lauschen besonders aufmerksam. Sie sind zum ersten Mal bei einer Fortbildung für Mesner dabei: "Sehr aufschlussreich", "ich habe viel Neues gehört" und "auslernen tut man nie", bilanzieren die drei den Tag. Gasseter und Eisenbrand sind frisch gebackene Mesner in der Bamberger Pfarrei St. Otto, auch Kaufmann ist erst kürzlich in der Wunderburger Gemeinde Maria Hilf gestartet.

In ihren bisherigen Berufen hatten die Männer nichts mit Kirche zu tun: Sie arbeiteten als Metzger, Bürokaufmann und Postbeamter. Doch kirchlich sozialisiert, wie es so schön heißt, waren sie allesamt: Langjährige Ministranten, in pfarrlichen Vereinen aktiv, regelmäßige Gottesdienstbesucher. "Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht", lacht denn auch Bernhard Gasseter. Bisher habe er "einem Unternehmer gedient, jetzt diene ich einem anderen Herrn", ergänzt er wieder ganz ernst. Auch für Christian Kaufmann ist der Mesnerdienst "eine innere Erfüllung". Und Edgar Eisenbrand zeigt sich dankbar dafür, dass er das, was er in jüngeren Jahren schon als Ministrant gelernt hat, nun als "älterer Mann wieder anwenden kann". Denn in den Werktagsgottesdiensten springen die Mesner oft auch als Messdiener ein. Oder sogar als Lektoren.

Kompetenter Referent


An diesem Fortbildungstag erfahren die gut 30 Mesner und Mesnerinnen einiges über den Umgang mit den liturgischen Geräten wie Kelch und Hostienschale, über deren Reinigung und Pflege, über das Anlegen der priesterlichen Gewänder oder den sinnvollen Blumenschmuck im Kirchenjahr. In Jürgen Hollmann, Vorsitzender der diözesanen Mesnervereinigung, haben die Zuhörer einen kompetenten Referenten, der selbst auf viele Jahre Mesnerdienst in der Pfarrei St. Heinrich zurückblicken kann.

Sein Stellvertreter, Bernhard Kuhn, hat für die Mesnerschar etliche praktische Tipps dafür parat, wie sie im Gottesdienst Texte am besten vortragen kann. Und dass zu einem Lektorendienst nicht nur ein langsamer, ruhiger Vortrag gehört, sondern auch "Haltung, Benehmen und passende Kleidung".

Prälat Wich bringt noch eine wichtige Komponente ins Spiel: "Ich wünsche Ihnen eine stets gute Zusammenarbeit mit den Pfarrern", sagt er nachdrücklich. Jürgen Hollmann händigt jedem Mesner und jeder Mesnerin ein Teilnahme-Zertifikat aus. Bernhard Gasseter nimmt es wie die anderen freudig entgegen, will sich mit dieser Fortbildung aber nicht zufrieden geben: "Wenn ich die Probezeit bestehe, möchte ich auf jeden Fall die Mesnerschule besuchen", erklärt er.