Das Fest Mariä Himmelfahrt und die Gügelkirche St. Pankratius waren der rechte Zeitpunkt und Ort für die Segnung der Kräuter und Blumen. Neben Wurzbüscheln hatten sieben Frauen aus Zeckendorf auf Initiative von Maria Spörlein und Fini Götz auch einen drei Meter hohen Kräuterstab kunstvoll gebunden. 33 Kräuterarten, bezogen auf das Lebensalter Jesu, waren gesammelt, sortiert, gebunden und kunstvoll an den Stab platziert worden.

Erzbischof Ludwig Schick zelebrierte zusammen mit den Priestern Markus Brendel, Josef Eckert und Christophe Messanvi einen feierlichen Gottesdienst und segnete die Wurzbüschel der Zeckendorfer Frauen und die der vielen Gläubigen.
 

Mariä Himmelfahrt 2016: Wer hat Feiertag in Franken? Warum wird gefeiert?



Der Oberhirte griff einen Gedanken aus der Frohen Botschaft auf, als er daran erinnerte, dass "alles Gute, alle Barmherzigkeit und alle Liebe Gottes Ewigkeitswert haben.
Alles Leid, alle Krankheit und aller Streit dagegen besitzen ein Verfallsdatum."

Sein Dank galt den Frauen und auch Männern, die seit 25 Jahren Wurzbüschel und Kräuterstab binden. Anerkennend äußerte er sich über die vielen Kirchen und Kapellen im Seelsorgebereich Scheßlitz-Jura. "Die Bevölkerung steht zu ihren Kirchen und hält sie in Ehren!" Diese positive Grundhaltung zeige sich auch bei den Kirchenbesuchern in ihren selbstgebundenen Kräuter- und Blumengebinden.

"Aus Tradition und aus christlicher Überzeugung", war die Antwort des Ehepaares Sieglinde und Helmut Burgis aus Bamberg, die zu den vielen auswärtigen Kirchenbesuchern gehörten, auf die Frage: Warum Kräuterweihe? "Wir sollten uns bewusst sein", so Helmut Burgis weiter, "die Natur braucht uns nicht, aber wir brauchen die Natur." Deshalb seien Ehrfurcht und Dank angebracht. Ehrfurcht vor der Schöpfung und Dank dem Schöpfer.

Auch für das Ehepaar Schubert, ebenfalls aus Bamberg, ist der Wurzbüschel mehr als Tradition, er ist Ausdruck christlicher Lebenshaltung. Sie besuchen seit Jahren den Gügel und sind von der Brauchtumspflege begeistert.
Man kann nur hoffen, dass sich junge Leute finden, die diese anspruchsvolle und zeitaufwändige Arbeit auch in den kommenden Jahren fortführen, denn etliche bewährte Kräfte können aus Altersgründen dies nicht mehr leisten. "Dem Gügel und uns würde doch etwas fehlen", hörte man aus den Reihen der Gläubigen.

Damit die neun Pfarreien und vielen Ortschaften des Seelsorgebereiches Scheßlitz-Jura zu einer Gemeinschaft werden, wurde unter der Leitung von Anton Heinert, Zeckendorf, eine Broschüre erstellt, die "zu den Kirchen und durch die Kirchen führen" soll.

Den Erlös aus dem Verkauf der Kirchenführer überreichte der ehemalige Scheßlitzer Stadtpfarrer Markus Brendel dem Erzbischof für Sozialaufgaben im Bistum. Aus dem Verkauf von Wurzbüscheln gehen Spenden an Pfarrer Vicente Zacaron, Brasilien, und an den derzeitigen Urlaubsvertreter aus Togo, Pfarrer Christophe Messanvi.
Der Kirchenchor Kremmeldorf unter der Leitung von Franz-Josef Bickel und das Orgelspiel von Terezie Kosmakova umrahmten und bereicherten den Festgottesdienst mit Liedern aus der ‚Missa Festiva‘ von Christopher Tambling.