Buttenheim
Buch

Löbs Jugend bleibt im Dunkeln

Hans Schaub aus Pautzfeld hat eine neue Biographie über Levi Strauss, den berühmtesten Sohn Buttenheims, verfasst.
Hans Schaub präsentiert seine Biographie des Jeans-Vaters Levi Strauss. Foto: Barbara Herbst
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Das Thema Auswanderung aus Oberfranken beschäftigt Hans Schaub schon sein halbes Leben lang. Da lag es nahe dass der 60-Jährige aus Pautzfeld (Landkreis Forchheim) nun auch eine Biographie über Levi Strauss aus der Nachbargemeinde Buttenheim geschrieben hat. Drei Jahre lang hat Schaub intensiv recherchiert und dann ein halbes Jahr an seinem Buch "Von Löb Strauß zu Levi Strauss" geschrieben, das nun im Bamberger Heinrichs-Verlag erschienen ist.

Und er ist dabei sogar auf eine neue Information über den oberfränkischen "Vater der Jeans" gestoßen: Levi Strauss wanderte nicht schon 1847, sondern erst 1848 nach Amerika aus. Der Grund war, dass seine Mutter Rebekka zunächst Schwierigkeiten hatte das Haus in Buttenheim - das heute das Levi-Strauss-Museum beherbergt - nach dem Tod ihres Mannes Hirsch Strauß im Jahr 1846 zu verkaufen. Obwohl der Auswanderungsantrag von Rebekka Strauß, ihrem Sohn Löb, ihrer Stieftochter Maila und ihrer Tochter Vögela schon im April 1847 genehmigt worden war, dauerte es bis zum Sommer 1848, dass der Rest der Familie den schon elf Jahre zuvor nach Amerika ausgewanderten Kindern Rösla, Jonathan und Lippmann folgen konnte.

Trotz solcher Funde konnte aber auch der in Historischer Landeskunde promovierte Schuldirektor Hans Schaub kein neues Licht in Löbs Buttenheimer Jugendjahre bringen. Denn zwischen der Geburtsmatrikel aus dem Jahr 1829 und der Unterschrift des damals 17-Jährigen unter das Auswanderungsgesuch am 17. März 1846 sind offenbar keinerlei Informationen über den jungen Löb erhalten geblieben, räumt Schaub ein.

In Vergessenheit geraten


Denn mit dem Wegzug der Familie Strauß - zu Strauss wurde sie erst in den USA - und spätestens mit der Auswanderung fast aller jüdischen Familien bis Ende des 19. Jahrhunderts aus Buttenheim, erlosch auch dort das Wissen um Löb/Levi, der selbst nie in seine alte Heimat zurückkehrte. Dass er aus Buttenheim stammte, dafür fand sich sogar erst 1984 der Beleg im Staatsarchiv in Bamberg.

Den fränkischen Hintergrund von Levi Strauss hat der Autor dennoch eingehend und mit interessanten Details in seinem Buch beleuchtet. Denn die Auswanderung aus Franken nach Amerika beschäftigt ihn schon seit fast 30 Jahren und sie war auch Thema seiner 1988 eingereichten Dissertation. Das Interesse entstammt der eigenen Familiengeschichte. Denn auch Teile der "Großfamilie Schaub" aus dem Raum Erlangen waren im 19. Jahrhundert nach Amerika ausgewandert. Bei einem Familientreffen in Pittsburgh im Jahr 2000 - zu dem mehr als 40 fränkische Schaubs reisten - knüpfte Hans Schaub, der selbst aus Großenseebach stammt, viele Kontakte. Diese führten ihn auch nach Kalifornien und speziell San Francisco und folgerichtig auf die Spur von Levi Strauss. Der hatte Hans Schaub schon zuvor interessiert, quasi als der "Nachbar aus Buttenheim". Und 2007, nach dem der umtriebige Autor Schaub sein Buch über traditionelles Handwerk abgeschlossen hatte, begann dann die intensive Recherche, deren lesenswertes Erge
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