An seiner bisherigen Wirkungsstätte, in der 2020 100-jährigen Pfarrei Merkendorf mit Laubend, verabschiedete sich am Sonntag Monsignore Edgar Hagel als Pfarradministrator von seinen Gläubigen. Zum Besuch des Gottesdienstes auf dem Freigelände der Brauerei Wagner waren bei schönstem Sommerwetter über 100 Besucher gekommen, die teils von den höher gelegenen Gärten aus die Feier mitverfolgten, aber alle die Coronabestimmungen strikt einhielten.

Unter Glockengeläut und mit der Blaskapelle aus Musikern von Gundelsheim und Merkendorf marschierten die Delegierten aus Pfarrgemeinderat, Kirchenrat und politischen Vertretern der Gemeinde zusammen mit dem Geistlichen von der Pfarrkirche "Kreuzerhöhung" zum Festplatz der Brauerei. Angeführt wurde der Zug von der großen Schar von über 30 Ministranten mit Kreuz und Fahnen. Ihnen folgten die Vertreter der Vereine SV, RVC 09, Sportschützen, FC-Bayern- und FC-Nürnberg-Fanclub, die Freiwilligen Feuerwehren Melkendorf und Laubend und der VdK-Ortsverband. Mit dabei waren fünf Fahnenabordnungen der Vereine.

Die Jugendbläser Merkendorf eröffneten die Feier musikalisch, den Gottesdienst spielte auf dem Keyboard Wolfgang Lessner und Sängerin Jasmin Steiner umrahmte ihn unter anderem mit den stimmungsvollen Liedern "Mögen Engel dich begleiten" und dem "Ave Maria".

Auch die Kleinen aus dem Kindergarten St. Martin und ihre Betreuerinnen drückten musikalisch ihren Dank und ihre Freude über Pfarrer Edgar Hagel mit einem Lied aus: "Eines ist ja sonnenklar, die Zeit mit dir war wunderbar, jetzt kriegst du nun zum guten Schluss, von jedem einen dicken Abschiedskuss." Der Auftakt hätte nicht besser sein können und Wehmut kam während der ganzen Veranstaltung nicht auf, denn "ihr Pfarrer" wurde ja nur als Verwalter der Kirchengemeinde verabschiedet und bleibt ihnen, so drückten es alle späteren Redner voller Hoffnung aus, als Seelsorger noch sehr lange erhalten.

Dialog ist gefragt

In seiner kurzen, aber prägnanten Predigt äußerte sich der Pfarrer über die Schwierigkeit, miteinander bei gegenseitigen Problemen zu sprechen. Die Sozialkontrolle auf dem Lande, wo jeder jeden kenne, habe Vor- und Nachteile, meinte er. "Warum habt ihr nichts gesagt?", fragte Hagel seine Zuhörer und wies auf das Evangelium von Matthäus hin, zuerst unter vier Augen mit jemandem zu sprechen. "Zuerst wird über den Menschen gesprochen, aber keiner spricht persönlich mit ihm", tadelte der Geistliche. Dabei wies er auch darauf hin, dass Protestbriefe an den Bischof geschrieben würden, wenn ein Pfarrer sich die Freiheit nehme, andere liturgische Formen auszuüben, anstelle zuerst mit ihm darüber zu reden und seine Erklärungen anzuhören. Hagel bat: "Mit Menschen, gerade mit Christen möchte ich das offene Gespräch, auch untereinander, damit ich den anderen verstehen lerne und ich und er eine Chance erhalten, sich zu ändern."

Diese offene Art von Hagel und sein Zugehen auf die Menschen bei den vielen von ihm geschaffenen Jugend-, Ministranten- und Seniorentreffen, Trauer-, Tauf- und Pfarrkaffee haben ihn in Melkendorf so beliebt gemacht. Das drückten die Sprecher in ihren Grußworten nach dem Gottesdienst immer wieder aus. Für den Pfarrgemeinderat sprach Christian Friedmann, der Oberstudiendirektor Hagel noch selbst als Lehrer in der Berufsschule hatte.

Dank von allen Seiten

Ihm schloss sich die Pfarrgemeinderatsvorsitzende Kerstin Forster an. Kirchenpfleger Günther Knoll übergab ihm eine Schiefertafel mit eingeritzten Gravuren. Die beiden Oberministranten Johanna Böhm und Luisa Körner bedankten sich beim Geistlichen im Namen ihrer vielen Mitministranten.

Dann verlas Heinz Büttel den Brief der evangelischen Pfarrgemeinde und ihrer Pfarrer Wolfgang Blöcker und Udo Bruha. Sie wünschten Edgar Hagel Gesundheit und weiteres frohes Schaffen in seinem neuen Lebensabschnitt und lobten das gute ökumenische Klima. Für die politische Gemeinde überbrachte Memmelsdorfs Bürgermeister Gerd Schneider den Dank für die vertrauensvolle Zusammenarbeit, besonders beim Kindergartenbetrieb. Den Abschluss der Reden machte Jürgen Reinwald, der im Namen aller Vereine und der beiden Brauereien Wagner und Hummel sprach. Alle Redner übergaben auch Geschenke als Zeichen der Dankbarkeit ihrer Gruppen.

Edgar Hagel dankte am Schluss allen, besonders auch seiner Sekretätin Ott, wünschte seinem Nachfolger Diakon Christoph Gahlau Gottes Segen und lud zur Agape zusammen mit der Pfarrgemeinderatsvorsitzen Forster in den Hof des Pfarrhauses ein. Dort bestand die Möglichkeit zu Gesprächen, und viele Erinnerungen wurden aufgefrischt. Die Musikanten spielten dazu für den "Kofferträger Gottes" und "Pfarrer der Herzen" fröhlich auf.