Gemeinhin kommt der Weihnachtsmann mit Schlitten und Pferden. Anders in der Bamberger US-Kaserne: Hier kam er zum traditionellen Tree Lighting (Anzünden des Weihnachtsbaumes) im Auto der Militärpolizei - und natürlich mit Blaulicht. Wobei dies auch für amerikanische Verhältnisse etwas ungewöhnlich war. Denn standesgemäß "reiste" bisher dort Santa Claus immer mit einem großen Feuerwehrauto an.

Doch ganz egal, mit welchem Gefährt: Die Freude über seine Ankunft war groß bei der amerikanischen Militärgemeinde, besonders bei den Kindern. Zum letzten Mal versammelten sich vor der ehemaligen J.F.K-Turnhalle, dem jetzigen Jugendzentrum, Familien mit Kindern zum alljährlichen Weihnachtsbaum anzünden.
Bevor jedoch der große Weihnachtsbaum, der übrigens genau an dieser Stelle gewachsen ist und auch nach dem Fest dort weiter stehen bleiben wird, im Lichterglanz erstrahlte, stimmten die Grundschulkinder mit traditionellen Weihnachtsliedern auf das bevorstehende Fest ein.

Letztes Fest in Bamberg

"Es ist unser letztes Weihnachten hier in der Bamberger Kaserne. Dennoch wollen wir es gebührend feiern", sagte Standortkommandeurin Oberstleutnant Michelle L. Bienias in ihrer kurzen Weihnachtsansprache. Sie erinnerte aber auch daran, dass Weihnachten nicht nur ein Fest für Geschenke ist, sondern auch der Freude. Umso mehr freue sie sich schon auf die Einheit, die der 541. Pionierkompaniegruppe, die in Kürze von ihrem Auslandseinsatz nach Bamberg zurückkehren wird. Und als sichtbares Zeichen für Weihnachten würden rund um den Kennedyboulevard und in Teilen der Housing-Area rund 1600 Weihnachtslichter für festliche Stimmung sorgen.

Danach wurde im Jugendzentrum weiter gefeiert. Hier durften sich die Jüngsten ein kleines Geschenk aussuchen. Ansonsten wurden den Besuchern zahlreiche Plätzchen, Kuchen und Popcorn zum Verzehr gereicht. Natürlich fehlten auch nicht die klassischen "Candy Canes", die meist rot-weißen Zuckerstangen, die der Form nach einem Spazierstock gleichen und gerne in Amerika an die Weihnachtsbäume gehängt werden. Ferner konnten sich die Jüngsten schminken lassen, an der Hüpfburg herumtollen oder kleine Geschenke basteln oder malen.

Foto mit dem Weihnachtsmann

Lange Schlangen gab es auch bei Santa Claus, der sich bereitwillig mit seinen Elfen fotografieren ließ. Diese Fotos, auf dem entweder die Kinder alleine oder mit der ganzen Familie posierten, werden gerne als Grußkarten dann an die Familien in Amerika geschickt. "Wir hatten viel Spaß bei Fotografieren", erzählte Familie Squillante, die ihr zweites Weihnachten in Bamberg verbringt. Die Karte werden sie die nächsten Tage an die Familienangehörigen nach Amerika schicken. Weihnachten selbst wird die Familie zusammen mit der Oma in der Kaserne verbringen. Neben einem italienisch-amerikanischen Essen, dürfen natürlich auch Geschenke nicht fehlen. "Die gibt es bei uns an Heilig Abend immer als erstes. Unsere Kinder wecken uns dann immer sehr früh auf. Denn sie können es kaum erwarten, ihre Geschenke auszupacken", berichtete der Familienvater.

Übrigens das jüngste Kind, welches an der Feier teilnahm, war Oliver Sutton. Er war gerade einmal acht Tage alt und es war für ihn sein erstes Tree Lighting - welches er allerdings größtenteils verschlief.