Die Partei, die vor gar nicht allzu langer Zeit noch die absolute Mehrheit im Stadtrat hatte, muss jetzt mit einem traurigen Viertel vorlieb nehmen. Und es deutet nichts darauf hin, dass die rasante Talfahrt irgendwann in nächster Zeit ein Ende finden könnte.

Zwar spricht der Vorsitzende Lange - wie dem Fränkischen Tag zu entnehmen war - zum wiederholten Mal von einem "Neuanfang", darunter versteht er aber ganz offensichtlich nichts anderes als die Fortsetzung des Elends mit den bisherigen Mitteln. Er sieht sich weiterhin als Kreisvorsitzender und wenn irgend möglich auch als Nachfolger von Werner Hipelius auf dem finanziell äußerst attraktiv ausgestatteten Posten des Bürgermeisters. Und Dr. Helmut Müller, dieses unsterbliche Bamberger Polittalent, soll als ewiger Fraktionsvorsitzender dabei den Steigbügelhalter geben.

Dann Bamberg: Gute Nacht!
Der Niedergang der Bamberger CSU auf kommunalpolitischer Ebene ist hautnah mit einigen Namen verbunden, die jeder an der Politik in dieser Stadt interessierte Bürger im Schlaf herunter beten kann. Und da sind Christian Lange und Helmut Müller an vorderer Stelle mit dabei. Diese Herren mögen es in der Selbstdarstellung und in der politischen Intrige über die Jahre hinweg zwar zu einer gewissen Meisterschaft gebracht haben, einen tragenden, die Stadt voran bringenden politischen Gedanken hat man speziell von Herrn Lange aber noch nie vernommen. Das Zustandekommen des CSU-Wahlprogramms, großspurig als "Bambergplan" bezeichnet, ist der beste Beweis dafür: Herr Lange hat sich vor allem als Moderator betätigt, sein fachlicher Beitrag hielt sich in äußerst engen Grenzen. So ist zwar ein umfänglicher Wunschkatalog, ein Kompendium politischer Gemeinplätze heraus gekommen, der alles verspricht und jedem etwas geben soll, der für das klare Profil einer seriösen Volkspartei aber weitgehend untauglich ist.

Erfolg in der Politik setzt bekanntlich zwei Dinge voraus: Ein attraktives und zugleich ehrliches Programm und ein politisches Führungspersonal, das dieses Programm glaubwürdig vertritt. Herr Lange und Herr Müller haben mehrfach und immer wieder bewiesen, dass sie einer solchen Aufgabe nicht gewachsen sind. Der Anspruch, den sie erheben und den sie noch dazu als "Neuanfang" verkaufen möchten, ist anmaßend. Noch nie sind die Totengräber dazu berufen worden, die Auferstehung zu organisieren. Die beiden Herren sollten die Konsequenz aus dem krachenden Misserfolg der CSU bei der Stadtratswahl ziehen und in Bezug auf leitende Funktionen im Stadtrat und in der CSU den Hut nehmen. Nur das wäre ein gewisser Neuanfang.

Der Leserbrief bezieht sich auf den Artikel: "Bamberger CSU kündigt einen "Neuanfang" an" vom 20. März 2014 Helmuth Jungbauer