Bamberg
Energie

Landkreis-Resolution gegen Stromtrasse

Der Kreisausschuss des Landkreises Bamberg spricht sich gegen Pläne aus, nach denen eine "Gleichstrompassage Süd-Ost" durch den Landkreis verlaufen könnte.
Beim Rossmarkt in Berching Anfang Februar sah sich Energieministerin Ilse Aigner mit Demonstranten gegen die Stromtrasse durch Oberfranken konfrontiert. Der Forderung "Keine Trasse" schließt sich nun auch der Landkreis Bamberg an. Foto: Archiv/Armin Weigel, dpa
Beim Rossmarkt in Berching Anfang Februar sah sich Energieministerin Ilse Aigner mit Demonstranten gegen die Stromtrasse durch Oberfranken konfrontiert. Der Forderung "Keine Trasse" schließt sich nun auch der Landkreis Bamberg an. Foto: Archiv/Armin Weigel, dpa
Einstimmig hat der Kreisausschuss eine Resolution gegen die geplante Gleichstrompassage Süd-Ost gebilligt, über die der Kreistag am 9. April abschließend entscheiden wird.

In der Resolution wird die Firma Amprion GmbH aufgefordert, bis zur erneuten Überprüfung der Notwendigkeit einer Stromtrasse durch den Landkreis von einer Antragstellung bei der Bundesnetzagentur abzusehen.

Als Begründung wird unter anderem aufgeführt, dass der Landkreis Bamberg durch die Bundesverkehrswegeprojekte wie die Autobahn und der neuen ICE-Ausbaustrecke schon sehr belastet ist. Weitere Beeinträchtigungen der Kultur- und Erholungslandschaft seien nicht mehr hinnehmbar.

Und da weder Einspeisungen noch Ausleitungen möglich sind, sei die Trasse für den Landkreis lediglich eine Belastung ohne Nutzen.
Ferner sei aufgrund der geographischen Verhältnisse kein ausreichender Platz für den Trassenbau vorhanden.

Die Resolution kritisiert ferner die mangelnde Transparenz der Informationspolitik. Vor allem seien im Vorfeld die politischen Mandatsträger vom Vorhaben nicht ausreichend in Kenntnis gesetzt worden.

Gleichstrompassage Süd-Ost erneuerter Prüfung unterziehen

Gleichzeitig fordert der Kreisausschuss mit seiner Resolution die Bundesregierung, die Bundesnetzagentur und die bayerische Staatsregierung auf, die Notwendigkeit der Gleichstrompassage Süd-Ost einer erneuten Überprüfung zu unterziehen.

Zudem sollen sie die gesetzlichen Grundlagen für eine zumindest streckenweise Erdverkabelung schaffen. Die Regierung und die Bundesnetzagentur sollen sich aber auch am Vorbild von Niedersachen orientieren und Mindestabstände von Wohnbebauungen festlegen.

Sollten diese unterschritten werden, müsse eine Erdverkabelung verbindlich vorgeschrieben werden. Denn nur so könne man Beeinträchtigungen von Mensch und Umwelt ausschließen.

Regierung und Bundesnetzagentur werden aufgefordert, einer dezentralen Stromerzeugung den Vortritt einer zentralen Stromerzeugung einräumen.