Parkverbot für E-Autos in Bamberger Parkhäusern? In Kulmbach dürfen in einer Tiefgarage und einem Parkhaus keine Elektroautos mehr abgestellt werden. inFranken.de hat bei den Stadtwerken Bamberg nachgefragt, ob solche Verbote auch hier zur Diskussion stehen. 

In der Kulmbacher Tiefgarage war im September 2020 ein alter Golf (kein E-Auto) ausgebrannt und das Gebäude musste für viel Geld saniert werden. Obwohl kein Elektroauto brannte, wurden nun für genau diese ein Parkverbot verhängt. Warum ist das so?

E-Auto in Kulmbacher Tiefgarage und Parkhaus verboten: Was sind die Gründe?

Stadt-Sprecher Jonas Gleich verweist auf die Feuerwehr. Sie habe der Stadt geraten, E-Autos und Hybridautos nicht mehr in der Tiefgarage parken zu lassen. "Es bestehen aus Sicht der Feuerwehr massive Probleme beim Ablöschen eines Elektro- oder Hybridfahrzeugs, wenn die Antriebsbatterie brennen sollte, erläuterte Stadtbrandinspektor Heinrich Poperl zu Beginn der Debatte.

Wie schwierig das Löschen ist, zeigte sich erst wieder vor Kurzem in Bamberg. In der Laurenzistraße hatte ein E-Auto Feuer gefangen. Das Problem dabei: Im Bereich der Ionen-Akkus komme es immer wieder zu Problemen, die zu Rückzündungen führten, erklärte Ewald Pfänder, Stadtbrandinspektor der Feuerwehr Bamberg, inFranken.de

"Diese Lithium-Akkus brennen teilweise tagelang und können nur mit massivem Wassereinsatz gekühlt werden", so Poperl. Dieses Problem gestaltet sich natürlich noch extremer, wenn solch ein Fahrzeug in einer Tiefgarage zu brennen anfängt." Da die brennenden Akkus nicht gelöscht werden könnten, müsse ein  E-Auto aus der Tiefgarage abgeschleppt werden, um weniger Schaden anzurichten. Und hier komme das noch größere Problem zum Vorschein. Laut Feuerwehr sei die Kulmbacher Tiefgarage mit einer Deckenhöhe von nur 2,10 Meter viel zu niedrig. Hier könne kein Kranfahrzeug einfahren, dafür bräuchte es eine Deckenhöhe von rund fünf Metern.

ADAC kritisiert Stadt Kulmbach: "Fataler Rückschlag" droht

Laut ADAC ist die Brandgefahr bei Elektroautos allerdings sehr gering: "Eine Selbstentzündung eines Elektroautos ohne externe Einwirkung während der Fahrt, im Stand oder beim Laden aufgrund eines technischen Defektes ist extrem selten". Die Arbeitsgemeinschaft der Leiter der Berufsfeuerwehren und des Deutschen Feuerwehrverbands stellen fest, dass sich Elektroautos hinsichtlich der Gefährdungsbeurteilung nicht von Verbrennerfahrzeugen unterscheiden.

Der ADAC kritisiert die Entscheidung in Kulmbach: "Sollten weitere Garagen-Betreiber dem Kulmbacher Beispiel folgen, wäre dies ein fataler Rückschlag beim Ausbau der Elektromobilität in Deutschland." 

Die Stadtwerke Bamberg stützen gegenüber inFranken.de die Einschätzung des ADAC. Dennoch sind sie wachsam: "Sicherheit hat für die Stadtwerke Bamberg oberste Priorität. Deshalb arbeiten wir kontinuierlich an den Konzepten zur Steigerung der Sicherheit in unseren Parkanlagen". Die Stadtwerke stünden bei der Planung der Lademöglichkeiten für E-Autos in engem Austausch mit dem Brandschutz.

Kein E-Auto-Verbot in Bambergs Parkhäusern geplant

Zusätzlich gebe es regelmäßige Prüfungen der Anlagen, um die technische Sicherheit zu garantieren. Auch die Brandmeldeanlagen würden ständig getestet. Außerdem verweisen die Stadtwerke ebenfalls auf die Einschätzung der Arbeitsgemeinschaft der Leiter der Berufsfeuerwehren und des Deutschen Feuerwehrverbands.

"Die Feuerwehren haben sich also mit dem Thema befasst und wissen damit umzugehen", so die Schlussfolgerung. "Daher sehen die Stadtwerke zum derzeitigen Zeitpunkt keinen Anlass, Veränderungen an den Einstellbedingungen vorzunehmen". Ein Verbot von E-Autos in Bambergs Parkhäusern und Tiefgaragen ist also vorerst nicht geplant.