Mit dem fünften und letzten Vortrag im Franz-Ludwig Gymnasiums endete die vom Architektur Treff Bamberg, dem Kunstverein und der Schutzgemeinschaft Bamberg initiierte Veranstaltungsreihe "Konversion. Chancen für Bamberg". Referent war Stadtbaurat Prof. Christian Baumgart, er berichtete über den Konversionsprozess in Würzburg.

Hier zogen die US Streitkräfte im Januar 2009 aus der Leighton-Kaserne ab. Daraufhin wurde eine 135 Hektar große Fläche frei, die annähernd so groß wie die Altstadt von Würzburg und weniger als zwei Kilometer von der Innenstadt entfernt ist. "Ähnlich wie Bamberg", so schildert Baumgart, habe auch Würzburg einen Mangel an Wohnraum.

"Noch lange bevor die Stadt gezielt Verhandlungen über den Erwerb der Konversionsfläche aufgenommen hat, hat der Freistaat einen Teilankauf für die Erweiterung der Universität getätigt", berichtete der Stadtbaurat.
Damit seien 39 Hektar von insgesamt 135 Hektar weggefallen. Allerdings war die Stadt durch die vorzeitige Herauslösung des Teilstückes nicht ganz so begeistert, da dadurch die Preisverhandlungen mit der BIMA nicht leichter wurden, zumal die Gefahr bestand, dass frühzeitig eine "Rosinenpickerei" drohte.

Die Stadt Würzburg habe es dann aber doch geschafft, sich mit der BIMA zu einigen und konnte im vergangenen Jahr einen Notartermin vereinbaren. "Die ersten Verhandlungen tätigten wir im Mai 2010 und erst zwei Jahre später sind wir uns über die genauen Kosten einig geworden", erläuterte der Stadtbaurat. Die Stadt hat inzwischen das gesamte Areal erworben, die Zahlungen erfolgen in fünf Ratenschritten.

Bis dorthin war es aber auch in Würzburg ein langer Weg. Bereits ein Jahr vor dem US-Abzug erfolgte eine intensive Bürgerbeteiligung in Form von Bürger-Planwerkstätten. Diese Praxis, so schilderte Baumgart, habe man bis heute weitergeführt. "Bereits in den ersten Bürgerbeteiligungen haben wir folgendes Ziel festgelegt: in der ehemaligen Kaserne soll ein lebendiger Stadtteil entstehen, der vielfältigen Raum für Wohnen, Arbeiten, Forschen, Studieren und Erholung bietet." Anfang 2015 will man zudem erste Bebauungen möglich machen.

Rahmenlan erarbeitet

Zusammen mit den Planwerkstätten und Ideenwettbewerben entstand ein Rahmenplan. Dieser sieht unter anderem neben einem Universitäts-Campus auch die Schaffung von Wohnraum etwa am Flugfeld, die Schaffung eines Nahversorgungszentrums sowie eines Erholungsgebietes vor.

In einigen Bestandsbauten (ehemalige Sporthalle, Theater, Bücherei) sollen Orte für Kunst und Kultur geschaffen werden. "Ein Meilenstein wird zudem die Landesgartenschau sein, die auf dem Konversionsgelände im Jahre 2018 stattfinden soll. Sieben Hektar seien für eine Gewerbeansiedlung vorgesehen.

Gleichzeitig will man das neue Gebiet ökologisch behutsam erschließen. Daher werde das gesamte Areal an das Fernwärmenetz angeschlossen. " Der Fernwärmeanschluss garantiert langfristig günstige Betriebskosten und einen niedrigen Schadstoffausstoß", schilderte Baumgart.