Nach dem Weinberg, dem Treidelpfad und dem Bus-Terminal hat der Stadtrat am Mittwoch die Weichen für ein weiteres Gartenschauprojekt gestellt, den neuen Uferweg am linken Regnitzarm. Wieder gab es im Vorfeld der Sitzung Proteste von Anwohnerinitiativen. Wieder überstimmte eine Mehrheit der Fraktionen von CSU und SPD die kleineren Gruppierungen samt deren reichlich vorhandene Bedenken.
Auch dieses Mal ging es um stattliche Summen Geldes. Der 400 Meter lange Teil des Weges von der Erba bis zur Konzerthalle kostet nach dem derzeitigen Planungsstand netto und ohne Beleuchtung 300 000 Euro. Das 200 Meter lange Stück vom Schiffbauplatz bis zur Markusbrücke ist für 200 000 Euro zu haben. Eigentümer des Flussufers ist der Freistaat Bayern, die Anwohner haben die Flussgrundstücke derzeit gepachtet.

Wege vom Hain zum Nordpark
Harald Lang, Geschäftsführer der Landesgartenschau GmbH , begründete das Vorhaben mit der Bedeutung, die die Vernetzung und Ergänzung von Wegen bei der Landesgartenschau genießt. „Die Uferwege zwischen Markus- und Friedensbrücke verbinden die Inselspitze mit der Altstadt, den Nordpark mit dem Hain und machen das Welterbe aus einer neuen Perspektive erfahrbar“, sagte Lang.
CSU-Sprecher Helmut Müller schloss sich dieser Argumentation mit fast allen Stadträten seiner Fraktion an. Man könne gar nicht genug Wege in Bamberg haben, sagte Müller. Die CSU verspreche sich durch die Gartenschau weitere wichtige Impulse und die Revitalisierung einer Industriebrache. Mit Blick auf die Einsprüche der Anwohner hob Müller die Interessen der Gesamtstadt hervor: „Davon haben alle Bamberger etwas.“

Das Projekt ist abgespeckt
Heinz Kuntke (SPD) betonte, dass das Projekt gegenüber früheren Planungen abgespeckt und auf einen schmalen 1,5 Meter breiten Weg nur für Fußgänger reduziert worden sei. Man habe den Bedenken der Anwohner Rechnung getragen. Zudem würden die meisten Bäume geschont, das Projekt sei ökologisch sinnvoll. Auch in der SPD gab es mit Sabine Sauer und Monika Bieber allerdings „Abweichler“, die gegen den Uferweg stimmten.
Aus Kostengründen lehnten auch die Grünen und der Bamberger Bürger-Block den Neubau des geschotterten und nicht barrierefreien Weges ab. „Wir kennen die wirtschaftliche Belastung durch die Landesgartenschau nicht und können daher nicht zustimmen“, sagte Wolfgang Grader (GAL). Michael Bosch bezeichnete den Abschnitt von der Konzerthalle bis zur Markusbrücke als überflüssig und ursprünglich auch nicht geplant.
Noch einmal spannend wurde die Sitzung, als Dieter Weinsheimer (FW) den Vorschlag machte, den Wegeabschnitt zwischen dem Schiffbauplatz und der Markusbrücke einzusparen und die dafür frei werdenden Mittel für eine Verschönerung des Leinritts gegenüber Kleinvenedig zwischen Markusbrücke und Kasernstraße auszugeben. Diese Idee einer Verbesserung der Verhältnisse dort, wo sich zurzeit nicht einmal Radfahrer und Autofahrer gefahrlos begegnen können, fand in allen Lagern Zustimmung. Am Ende reichte es aber doch nicht. 20 Stadträte stimmten für den Vorschlag, 23 dagegen.