Mit dem Christkind spielen, davon träumen wohl viele Kinder in der Vorweihnachtszeit. Mit der "Christkindl-Puppe" des Nürnberger Spielwarenherstellers Bing wurde das möglich, und die Idee dazu kam von einem Bamberger.

1997 produzierte Eric Kluge, Inhaber der Bamberger "Puppenklinik" in der Zwerggasse, mit Bing die Puppe in einer Stückzahl von 500 Exemplaren. "Die Puppen waren nach ihrem Verkaufsdebüt auf dem Nürnberger Handwerkermarkt innerhalb eines Jahres ausverkauft", erinnert sich Kluge noch heute. Doch das Studiomodell kann immer noch in der Kluge'schen Sammlung, die über 1000 Erstmodelle umfasst, bestaunt werden. Und ein Modell aus der Privatsammlung von Kluge steht sogar noch zum Verkauf, ob zum Spielen oder für Sammler.


Die Christkindl-Story

Wie wurde aber aus dem "Christkind" Jesus ein Mädchen? Dazu entdeckte Eric Kluge, der mehrere Jahre in den USA lebte, bei einem
Amerikabesuch 1995 im Archiv des German Club in Miami die Geschichte über den Handwerkermeister Hauser und seine Frau: Diese war um 1550 nach dem Tod der gemeinsamen Tochter aus Trauer erkrankt und niemand schien ihr helfen zu können. Aus Verzweiflung bastelte ihr Mann zu Weihnachten ein kleines Tonpüppchen, das der verstorbenen Tochter ähnelte.

Und wie konnte es anders sein? Die Frau des Handwerkermeisters fand Trost im Anblick der Puppe an Heiligabend und wurde schnell wieder gesund. Die Nachricht von der Genesung verbreitete sich sehr schnell, weshalb im folgenden Jahr Christkindl-Puppen zu Weihnachten verschenkt wurden.

Von dieser Geschichte inspiriert entwarf der Künstler und Spielzeugdesigner Kunz Weidlich in den 90-er Jahren die Christkindl-Puppe, deren Kleidung der Tracht jener Zeit nachempfunden ist, in der Familie Hauser lebte. Die Puppe besteht vorwiegend aus Stoff und Watte, der Kopf ist aus Gußpapier-Marche, beschreibt Eric Kluge seinen Schatz.


Bambergs Puppenklinik

Eric Kluge übernahm 1958 die "Puppenklinik" seiner Eltern. Früher konnten dort auch Faschingskostüme ausgeliehen werden, doch heute repariert und verkauft Kluge nur noch Spielwaren. "Das Kostüm für den Auftritt des ersten Nikolaus auf dem Bamberger Weihnachtsmarkt entstammte dem ehemaligen Fundus", berichtet Eric Kluge stolz.