Das Lampenfieber steigt: Am 3. Juni feiert das Theaterstück "Romeo likes Julia - eine digitalisierte Liebesgeschichte frei nach William Shakespeare" um 18 Uhr im großen Saal der VHS Bamberg seine Uraufführung. 24 Schülerinnen und Schüler der 6. und 7. Klasse des Privaten Sonderpädagogischen Förderzentrums der Giechburgschule Scheßlitz zeigen eine eindrucksvolle Neuinterpretation ganz im Zeichen der digitalen Welt der Jugendlichen. Der Eintritt ist frei.

Romeo und Julia - Montagues gegen Capulets, alles altbekannt? Von wegen! Ein ganzes Schuljahr durften sich die Schüler zusammen mit den Künstlern Carolin Barczyk, Amelie Auer und Christoph Auer in diesem einmaligen kulturpädagogischen Großprojekt ausprobieren und sich selbst erfahren - und schufen dabei das neuinterpretierte Theaterstück.
Was als eine "Black Box" begann, entwickelte sich nach anfänglichen Start- und Orientierungsschwierigkeiten schnell zu einer einmaligen Erfolgsstory: Das Kulturtrio Barczyk, Auer und Auer arbeitete eng vernetzt mit den Klassenleitungen Christina Pfähler-Lörcher und Sebastian Stiller zusammen und konnte so die idealen Arbeitsbedingungen schaffen.

Wichtig war allen Beteiligten, dass ein Raum geschaffen wird, der den Jugendlichen genügend Zeit gibt, etwas selbst mit Hand, Kopf und Herz zu schaffen. "Es ist den Schülern sehr schwer gefallen, sich vorzustellen, dass sie selbst einen leeren Raum mit ‚sich‘ füllen können", sagt Carolin Barczyk. "Doch nachdem wir einige Zeit mit Texten und Bewegungen experimentiert hatten und ins Gespräch mit den Schülern kamen, waren die Themen klar, die sie beschäftigten: Liebe, Freundschaft, Langeweile, Gewalt, Familie, Streit. Diese Themen brachten uns zu unserer Stückauswahl Romeo und Julia", so Amelie Auer weiter.

Christoph Auer betonte, dass dabei keine klassische Umsetzung des Stückes angestrebt wurde, sondern eine Inszenierung, die so nah wie möglich am Schüler ist, damit sie spüren, wie nah "Kunst" ihnen eigentlich ist. Kämpfe und Streit werden über Facebook und Computerspiele ausgetragen, die Musik kommt aus dem Leben der Schüler und Kommunikation läuft viel über das Handy. Dennoch werden auch original Shakespearetexte verwendet und die Schüler zeigen ihre Fähigkeiten als Schauspieler, Sänger und Tänzer.

Doch damit nicht genug, auch das Bühnenbild wollten die Schüler selbst gestalten. Die Möglichkeit dazu bot die Teilnahme am Kultur.Klassen-Projekt des Kultur- und Schulservice Bamberg, so konnten die Jugendlichen mit drei weiteren spannenden Künstlern zusammenarbeiten: an mehreren Schüler-Künstler-Tagen ergründete mit ihnen Sebastian Magnus die Welt des Graffitisprühens, Stefanie Schreiber führte sie in die Handwerkskunst des Weidenflechtens ein und Christoph Klug zeigte, dass Bildhauern nicht nur stark macht, sondern dass großartige Dinge entstehen können.

Bei diesem schulischen Großprojekt arbeiteten alle Beteiligte vertrauensvoll und mit großem Respekt voreinander zusammen, so der gemeinsame Tenor der Initiatoren.