Frensdorf
Jubiläen

Kirche ist mindestens 800 Jahre alt

In Frensdorf werden heuer "800 Jahre Steinkirche" und "30 Jahre Kirchenerweiterung" gefeiert. Den Auftakt macht eine Festveranstaltung am 30. Juli mit Vortrag und Feuerwerk.
Pfarrgemeinderatsvorsitzende Walburg Lechner vor dem dem baugeschichtlichen Beweis für das Alter der Frensdorfer Kirche. Nach der Kirchenerweiterung wurden die beiden Portale im Kirchenvorhof wieder aufgebaut. Fotos: Evi Seeger
+2 Bilder
} }
Walburg Lechner erinnert sich noch genau an die Zeit vor der Erweiterung der Frensdorfer Kirche: "Auf der linken Seite befand sich die zweigeschossige Empore. Da saßen die Mannsbilder. Die Kanzel war auf der rechten Seite und ragte in den Chorraum hinein." Die Frensdorferin war ein junges Mädchen als vor 30 Jahren ihre Pfarrkirche Sankt Johannes um die beiden Seitenschiffe erweitert wurde, so dass ein lichterfüllter, fast quadratischer Gemeinderaum entstand.

Heute ist Walburg Lechner Organistin und Vorsitzende des Pfarrgemeinderats und mit den Vorbereitungen für das Jubiläum der Kirchenerweiterung beschäftigt. Zum Auftakt gibt es am Samstag, 30. Juli, eine Festveranstaltung. Kirchlich will die Pfarrei den 30. Geburtstag ihrer erweiterten Kirche am Kirchweihsonntag im September mit dem Erzbischof feiern. Doch nicht allein die Kirchenerweiterung vor drei Jahrzehnten ist Anlass für ein Fest: Frensdorf feiert auch "800 Jahre Steinkirche".

Was beide Jubiläen miteinander verbindet, macht Walburg Lechner deutlich. "Zwischen dem ersten und letzten Kirchenbau liegen 800 Jahre. Erst seit dem Umbau vor 30 Jahren haben wir den baugeschichtlichen Beweis, dass die Kirche mindestens 800 Jahre alt ist." Beim Umbau habe man - verborgen in dicken Sandsteinmauern - zwei romanische Kirchenportale entdeckt, die aufgrund des Steins und der Ornamente eindeutig ins ausgehende zwölfte Jahrhundert zu datieren sind. "Wir haben keine Urkunde, die das Alter der Kirche beweisen könnte", sagt die Pfarrgemeinderatsvorsitzende. Im unteren Chorturmbereich sei die mittelalterliche Kirche noch sichtbar. Zuvor habe es wohl schon eine Holzkirche in Frensdorf gegeben, denn die Pfarrei sei schon früher erwähnt.

Gregor Hartig, der Sohn des verstorbenen Bürgermeisters Alfons Hartig, in dessen Amtszeit der Kirchenumbau durchgeführt wurde, arbeitet derzeit an einem Kirchenführer, in den die neuen Erkenntnisse einfließen sollen.
Zu berichten gibt es viel aus der wechselvollen Geschichte der Kirche Sankt Johannes Baptista, wie Walburg Lechner erzählt. Als erster namentlich bekannter Pfarrer werde in der Chronik Michael Greulich (1420 bis 1470) genannt. Im 17. Jahrhundert habe es einen Pfarrer Weigel gegeben, der verheiratet war und vier Kinder hatte. Unter ihm hätten wohl die Schlossherren den lutherischen Glauben angenommen, während Frensdorf ansonsten katholisch blieb. Die Protestanten hätten ihre Toten zur Beerdigung nach Mühlhausen, das damals schon protestantisch war, überführt. Obwohl er mit dem lutherischen Glauben geliebäugelt habe, sei Pfarrer Weigel wohl "im katholischen Glauben gestorben". Darauf lasse sein Grabbild schließen, das ihn nach der von Pfarrer Johannes Dumpert (1799 bis 1831)erstellten Chronik "mit Chorkleid und Rosenkranz" zeigt.

Heute stellen sich den Verantwortlichen in den Pfarreien ganz andere Aufgaben. Nach Meinung der Pfarrgemeinderatsvorsitzenden muss die Kirche heute "raus aus ihren vier Wänden". Viele Projekte seien in Vorbereitung oder bereits am Laufen. Lechner freut sich ganz besonders über die gute Zusammenarbeit mit der evangelischen Pfarrerin Angelika Steinbauer. Fahrdienste, Besuchs- und Babysitterdienste, Tierfürsorge oder neue Wege in der Jugendarbeit habe man ins Auge gefasst. "Es muss viel von Laien gemacht werden", sagt Lechner. Denn ein Pfarrer, wenn er viele Pfarreien zu betreuen habe, könne nur noch Impulse geben. Eine Aufgabe hat sich für die Sankt-Johannes-Pfarrei ganz wunderbar gelöst: Seit Januar gibt es in Renate Schonert eine junge Mesnerin, worüber die Pfarrgemeinderatsvorsitzende sehr glücklich ist.

Die Festveranstaltung am Samstag, 30. Juli, beginnt um 17.30 Uhr im Pfarrhof mit einem
Festvortrag des Präsidenten der Uni Bamberg, Prof. Godehard Ruppert. Anschließend sind Essen, Grußworte und Beiträge verschiedener Gruppen aus der Pfarrei vorgesehen und um 22 Uhr Feuerwerk und Illumination des historischen Kirchturms.
Lesen Sie auch