"Wo wächst mein Mittagessen?" Unter diesem Motto stand der 9. Kindertag des Bayerischen Bauernverbandes, zu dem Schulkassen aus dem gesamten Freistaat eingeladen waren.Auf 15 Höfen wurde über 900 Kindern gezeigt, wie landwirtschaftliche Arbeit aussieht und woher eigentlich unsere Lebensmittel kommen.

Auch die Klassen der Grundschule Ebrach ließen sich diese Möglichkeit nicht entgehen. Also wurde das Klassenzimmer gegen Scheune und Stall getauscht. In Großbirkach begrüßte die stellvertretende Kreisbäuerin Marion Link 65 motivierte Schüler auf ihrem Ferkelzuchtbetrieb, den sie mit ihrem Mann Thomas und Azubi Patrick Helmreich betreibt.

Landwirtschaft aus erster Hand

Nach einer kurzen Begrüßung durch das Ehepaar Link und den 2. Bürgermeister der Gemeinde Ebrach, Jürgen Ullrich, ging es gleich los.
An drei Stationen konnten die Schüler unterschiedliche Aspekte der Getreideproduktion erleben. "Wir sind zwar ein Ferkelzuchtbetrieb aber wir bieten zwei Themenschwerpunkte an, da wir unsere Futtermittel selber anbauen: Viehzucht und Getreideanbau. Die Schule hat sich in diesem Jahr für den Getreideanbau als Hauptthema entschieden", so Marion Link.

In einer Scheune des Hofes zeigte Thomas Link wie unterschiedliche Getreidepflanzen während ihres Wachstumsprozesses aussehen. Außerdem wurde der Prozess des Säens und Erntens erklärt.Was ist Ertrag und was ist überhaupt ein Quadratmeter? "Die Kinder sollen wissen wie die Pflanzen aussehen, die später mal ihr Brot sind.

Außerdem wollen wir zeigen wie Arbeit auf dem Acker funktioniert", so Marion Link. Auch Andreas Knorr vom Amt für Landwirtschaft ist es wichtig, dass Kinder früh einen Einblick in landwirtschaftliche Produktionsabläufe kriegen.

Die nächste Station fanden vor allem die Jungen spannend. Azubi Patrick Helmreich stellte unterschiedliche Landmaschinen vor, die beim Getreideanbau Verwendung finden. Max aus der vierten Klasse ist von ihnen begeistert. "Die Maschinen fand ich besonders toll."

Getreide zum Anfassen

Nele aus der zweiten Klasse sieht an der letzten Station zum ersten Mal Getreide in seiner Urform. Sie und die anderen Kinder erraten durch Fühlen, welches Korn sich in einer Schachtel verbirgt. Roggen, Gerste, Hafer, Mais, aber auch Kieselsteine und Sand befinden sich in den Schachteln. Die Schüler sollen so den Unterschied zwischen organischen und leblosen Stoffen erfahren.

Nach einer Pause wartet ein weiteres "Highlight" auf die Schüler. Azubi Patrick holt zwei Ferkel aus dem Stall. Ohne Berührungsängste halten Nele und Max die kleinen Schweinchen auf dem Arm. Ihr Ferkel quiekt aufgeregt, aber das ist Nele egal. "Es war richtig warm und total süß." Und Max meint: "Ich liebe Schweinchen".

"Wir wollen ein positives Bild von der Landwirtschaft vermitteln", so Werner Nützel, Geschäftsführer des Bauernverbandes. Andreas Knorr pflichtet ihm bei. "Die Schüler sollen sehen wie wichtig ein Bauernhof ist.Auch wenn es da manchmal stinkt", scherzt Knorr. Den Schülern aus Ebrach ist der Geruch völlig egal. Die Meinung ist einhellig: Auf dem Bauernhof ist es toll!