Es gibt viele gute Gründe, keine Kinder zu haben. Einer davon ist die wachsende Bindungsangst vieler Menschen. Immer mehr Männer und Frauen bleiben länger oder für immer alleine, Beziehungen zerbrechen, die Zahl der Scheidungen nimmt zu. Kinder machen alles noch komplizierter.

Dazu kommen wirtschaftliche Zwänge. Der Preis des Wirtschaftsaufschwungs ist die steigende Zahl von Beschäftigungsverhältnissen, deren Lohnniveau viel zu niedrig ist, um eine Familie zu ernähren. In vielen Familien sind Vater und Mutter gezwungen, Geld zu verdienen.

Da die Großfamilie mit der Oma im Haus als Lebensmodell ausgedient hat, sind berufstätige Eltern auf die staatlichen Betreuungsangebote angewiesen. Das "Netz für Kinder", dessen sich Familienpolitiker auf allen Ebenen stets rühmen, trägt aber als Ersatz für die Großfamilie (noch) nicht. Viel zu groß sind gerade in ländlichen Regionen die Lücken, von starren Kindergartenzeiten angefangen bis hin zu 14 Wochen Schulferien, die mit keinem Urlaubsplan zu vertakten sind.

Die Folge: Kinder werden nicht mehr geboren, oder sie werden geboren und als Last empfunden. Kinder wollen aber vor allem gemocht werden. Das Herz für Kinder ist eine Aufgabe für die ganze Gesellschaft. Kinderkrippen und Ganztagesschulen alleine sind zu wenig.