Weil die Altbayern durchaus auch qualitätvolles Bier brauen - teilweise. In München eher weniger, weil Bier hier unter industriellen Bedingungen gefertigt wird. Das heißt, ein möglichst kurzer Gärungsprozess unter weitestgehendem Verzicht auf Lagerung. Dafür eine zwei- bis dreifache Filtrierung und eine entsprechende Hitzebehandlung zur Haltbarmachung des Bieres. Das dann zwar einem Einheitsgeschmack entspricht, aber letztlich ein leeres Bier ist. Große Geschmacksunterschiede lassen sich nicht mehr feststellen.

Dafür ist eine solche Herstellung ungemein produktiv. Während die Bamberger Brauerei Schlenkerla beispielsweise je Mitarbeiter 1500 Hektoliter produziert, kommen bei industrieller Fertigung bis zu 15 000 Hektoliter auf einen Mitarbeiter. Also, die handwerkliche, fränkische Herstellungsweise von Bier ist zwar unproduktiver, dafür hat dieser Gerstensaft einen jeweils typischen, unverwechselbaren Geschmack. Egal, ob es sich um Rauchbier, Ungespundetes, Helles, Pils oder Kellerbier handelt.

Ergebnis: Beim Besuch einer Bamberger Rauchbierbrauerei schaut mich ein Freund nach dem ersten kräftigen Schluck aus dem frisch gezapften Bier kurz an, wischt sich den Schaum vom Mund, schnalzt mit der Zunge und erklärt kurz und bündig: "Horch, des Bier is ka Stöffla, des is a Maderiol."