Sowohl der festliche Gottesdienst in der Pfarrkirche von Königsfeld als auch die Festansprache waren ein Dank an den Schöpfer für die reichliche Ernte und eine Standortbestimmung der Landwirtschaft, nicht nur im Wirtschaftsgefüge, sondern auch in der Gesellschaft. In beiden Bereichen ist der Landwirt unverzichtbar.

"Wer glaubt, dass Gott ihn liebt, wird nicht ärmer, wenn er gibt." Diese Worte aus einem Lied des Gesangvereins Königsfeld während des Dankgottesdienstes stimmten auf den Bauerntag ein.
Pfarrer Michael Herrmann segnete die Erntegaben, die Gläubigen dankten ihrem Schöpfer für die "Früchte der Erde" in Gebet und Lied.


Im Schleuppner-Saal zeigten sich der Kreisobmann des Bayerischen Bauern-Verbands (BBV), Heinrich Faatz, und Königsfelds Bürgermeisterin Gisela Hofmann sichtlich erfreut über die Anwesenheit der beiden neuen Bundestagsabgeordneten Emmi Zeulner (CSU) und Andreas Schwarz (SPD).

Eine stattliche Anzahl von Bürgermeistern, Kreisräten, Landrat Günther Denzler und die Vertreter der mit der Landwirtschaft befassten Ämter, Verbände, Institutionen und Organisationen hatten sich eingefunden.
"Der Jurabauerntag ist für mich einer der Höhepunkte im Jahreskreis", versicherte Königsfelds Bürgermeisterin. Auf Emmi Zeulner, MdB und Festrednerin, setzt sie große Hoffnungen: "Mit ihrem Engagement ist sie sicher eine Bereicherung!"

Die junge Bundespolitikerin selbst ging in ihrer Rede vorwiegend auf das von der jetzigen Regierung europaweit für die Landwirtschaft Erreichte ein. Persönlich bekannte sie sich zu der Arbeit von Ilse Aigner (CSU), formulierte aber auch ihre eigenen Eckpunkte: "Ich habe Respekt vor der Arbeit und der Leistung der Bauern. Arbeit muss sich aber lohnen!"

So forderte sie Planungssicherheit, Zukunftsperspektiven und Marktorientierung und - unter anderem - die Förderung der Kleinbetriebe; sie bildeten das Rückgrat der deutschen Landwirtschaft. Die Direktzahlungen würden von der Produktion entkoppelt und ab diesem Jahr werde ausschließlich die Bewirtschaftung von Flächen gefördert, nicht die Produktionsmenge von Milch, Getreide und Fleisch.

Neue Instrumente der Marktsteuerung wird Deutschland nicht mittragen, sagte Zeulner: "Landwirte sollen für den Markt produzieren, nicht für die staatliche Lagerhaltung." Die Energiewende ist beschlossen, die Umsetzung aber nicht immer einfach, gab sie zu verstehen. Die damit verbundenen Probleme würden zur größten Herausforderung in der nächsten Legislaturperiode werden.

Den jungen Landwirten bestätigte die Abgeordnete aus Oberfranken, dass ihre Höfe grundsätzlich ohne Belastung durch die Erbschaftssteuer übergeben werden können.
Der Begriff "Erntedank" stimmte Emmi Zeulner nachdenklich, denn es würden in unserer Gesellschaft immer noch zu viele Lebensmittel weggeworfen.

Dieses Problem hatte sie zu Beginn ihrer Rede angesprochen und damit die Forderung der Landfrauen nach einem Schulfach "Lebens- und Haushaltsökonomie" unterstützt. Zum Schluss ihrer Rede fügte sie eine Bitte an die Bauern an: "Tun Sie mir einen Gefallen, wirtschaften Sie weiter in dem Bewusstsein, die Schöpfung zu bewahren."