9 Uhr. Im gemütlichen Dachboden in der Hauptstelle der Stadtbücherei versammeln sich viele eifrige junge Leser mit ihren Eltern und Geschwistern. Getreu dem Motto "Im Dschungelfieber" ist der Raum mit Papier-Palmen, Äffchen und einer täuschend echt aussehenden Vogelspinne geschmückt. Bei Kakao, Mango, Ananas, gebratenen Bananen und von einigen Müttern beigesteuertem Kokos- oder quietschbuntem Papageienkuchen hatten die Kinder beim Regenwaldfrühstück Gelegenheit, ihre Lieblingsbücher des Sommers vorzustellen.

Als die Leseolympiade im Jahr 2000 erstmals stattfand, waren es 38 erfolgreiche Teilnehmer, die in den Ferien insgesamt 288 Bücher lasen und Gelegenheit hatten, sechs Veranstaltungen zu besuchen. "Erfolgreiche" Teilnehmer sind diejenigen, die sich nicht nur anmelden, sondern auch die Mitmachformulare der gelesenen Bücher abgeben. Inzwischen sind es ungefähr 250 Leser, 17 Veranstaltungen in der Haupt- und in den Zweigstellen sowie 2800 gelesene Bücher. Angemeldet haben sich in diesem Jahr 285 Kinder, die Erfolgsquote liegt noch nicht vor.

Bis zum kommenden Mittwoch, 12. September, besteht noch die Möglichkeit, ausgefüllte Mitmachformulare abzugeben oder auf www.antolin.de die Fragen zu den gelesenen Bücher zu beantworten.

Seit einigen Jahren findet am letzten Freitag in den Ferien ein Lesefrühstück statt. Organisiert und moderiert wird es von den beiden Bibliothekarinnen Anja Hartmann und Stefanie Richter - mit Unterstützung von Praktikantin Marlies Dotzler und FSJ-lerin Christina Späth.

Wie Anja Hartmann erklärt, etablierte sich diese Veranstaltung schnell. Man wolle damit herauszufinden, was die Kinder alles lesen, "da das Lesen normalerweise daheim stattfindet, die Bücher danach wieder im Regal verschwinden und keiner so richtig mitbekommt, wer was liest".

Die Auswahl der vorgestellten Bücher war auch diesmal vielfältig: Johann stellte den Lucky-Luke-Comic "Der Kopfgeldjäger" vor. Den Klassiker "Heidi" von Johanna Spyri hatten gleich zwei Leserinnen dabei - Johanna und Maruscha. Benjamin stellte das Wissensbuch "Die Germanen" vor und war mit 31 gelesenen Büchern der Spitzenreiter unter den anwesenden Kindern.

Eleonor brachte "Sommer im Möwenweg" von Kirsten Boie mit. Katharinas Buch des Sommers war "Lauras Stern" von Klaus Baumgart. Außerdem ließ sie sich von ihrem Vater Märchen der Brüder Grimm vorlesen. Vorwitzig bemerkte sie: "Die Mama kann aber besser vorlesen". Julius hatte "Lippels Traum" des Sams-Autors Paul Maar im Gepäck. Vom Moderatorenteam wurden unter anderem "Das Dschungelbuch" von Rudyard Kipling, "Die Stunde des Hexers" von Fabian Schiller, "Göttlich verdammt" von Josephine Angelini, "Der Lesemuffel" von Hula Saskia und "Der überaus starke Willibald" von Willi Fährmann vorgestellt.