"Nichts ist beständiger als der Wandel." So hat Johannes Rieber, Geschäftsführer des Kreisjugendrings (KJR), seinen Jahresbericht überschrieben. Denn in diesem Jahr brachen manche traditionelle Veranstaltungen einfach weg, während an anderer Stelle neue Herausforderungen auf den KJR zukommen. So mussten beispielsweise das Leichtathletik-Sportfest oder die Skifreizeit für ältere mangels Nachfrage in diesem Jahr abgesagt werden. Beide Veranstaltungen finden sich nun konsequenterweise auch nicht mehr im Programmangebot des KJR für 2016.

"Es war ein schleichender Prozess in den letzten Jahren" sagt Rieber. Als Gründe nennt er das allgemein veränderte Freizeitverhalten von Kindern und Jugendlichen. Doch es sind nicht nur Internet, Computerspiele und soziale Medien, die sie von solchen sportlichen Aktivitäten abhalten. Vielen fehlt einfach die Zeit. "Die Schule saugt Freizeit auf!", stellt der KJR-Geschäftsführer fest.

Gleichzeitig bieten die Gemeinden im Landkreis mit ihren vielfältigen Ferienprogrammen und der kommunalen Jugendarbeit Alternativen zu den Veranstaltungen der landkreisweiten Organisation. Als Konkurrenz will Rieber das aber nur insofern sehen, dass der KJR sich fragen müsse, ob er selbst noch so viele derartige Angebote machen soll. Die Mehrheit sei ja nach wie vor erfolgreich, zum Beispiel die Mädchenfreizeit, das Schwimmfest, das Landkreisfotorätsel und der Kinderfotopreis.


Technik-Dienstleister

Immerhin hat man 2015 an weniger Veranstaltungstagen (79 gegenüber 84 im Vorjahr) mehr Teilnehmer (3500, 2014: 3000) erreicht. "Wir müssen uns fragen: Was geht? Was geht nicht?", sagt Rieber. Es gilt also, neue Schwerpunkte zu suchen und zu setzen. So könnte sich der KJR etwa weg vom Anbieter von hin zum Dienstleister für Veranstaltungen entwickeln.

Dem Geschäftsführer zufolge testet der KJR daher verstärkt neue Angebote, etwa im kulturellen Bereich. So kann er sich etwa eine engere Zusammenarbeit mit den Büchereien vorstellen. Beispielsweise könne der KJR hier organisatorische oder auch technische Hilfestellung geben.

Denn der KJR wird auch als Verleiher immer stärker nachgefragt, von der Hüpfburg bis zum Beamer. Für Büchereien könne man beispielsweise Tonstudiotechnik bereitstellen, um selbstgestaltete Hörbücher zu produzieren. Solche Serviceangebote will Rieber noch ausbauen.
Auch die Politik ist ins Visier der Jugendarbeit geraten. So ist der KJR bei "Landrat on tour" präsent, wenn Johann Kalb Einrichtungen der Jugendarbeit besucht oder - wie zum Auftakt im Februar 2015 in Stegaurach - den Kontakt zu ehrenamtlich engagierten Jugendlichen sucht.

Dass der Kreisjugendringe neue Wege testen könne, sei dem sogenannten Globalbudget zu verdanken, über das man seit 2014 verfügen könne. Dieses sei zwar - inklusive Personalausgaben - auf 184 000 Euro im Jahr gedeckelt, aber man könne dieses Geld dafür flexibel einsetzen. Mit den Einnahmen aus Drittmitteln und Teilnehmerbeiträgen komme man so auf rund 260 000 Euro, so Rieber. Mindereinnahmen aus Veranstaltungen ließen sich aktuell durch Minderausgaben kompensieren. So könne man auch gezielt und verstärkt die Arbeit der KJR-Mitgliedsverbände finanziell fördern. Von 2014 bis 2015 stieg diese Summe bereits von 9000 auf 15 800 Euro.