Burgebrach
Verabschiedung

Jetzt ist er Altbürgermeister

Nach 24 Jahren Amtszeit verabschiedete der Markt Burgebrach seinen Ersten Bürgermeister Georg Bogensperger.
Händedruck zwischen altem und neuen Bürgermeister: Johannes Maciejonczyk (li.) überreicht die Ernennungsurkunde zum Altbürgermeister an seinen Vorgänger Georg Bogensperger. Foto: Elke Pieger
Händedruck zwischen altem und neuen Bürgermeister: Johannes Maciejonczyk (li.) überreicht die Ernennungsurkunde zum Altbürgermeister an seinen Vorgänger Georg Bogensperger. Foto: Elke Pieger
+1 Bild
}
Festlich ging es zu in der Steigerwaldhalle Burgebrach. Dazu passte, dass der amtierende Marktgemeinderat nach einstimmigem Beschluss Georg Bogensperger (CSU) zum Altbürgermeister ernannte. Sein Nachfolger und ab Mai neuer Bürgermeister, Johannes Maciejonczyk (CSU), überreichte dazu die Urkunde zusammen mit Zweitem Bürgermeister Michael Mohr (ÜCW) und Drittem Bürgermeister Baptist Göller (CSU), der zuvor das Wirken von Georg Bogensperger in seiner 24-jährigen Amtszeit nochmals Revue passieren ließ.

Vom einstigen Kämmerer und Geschäftsleiter der VG Burgebrach stieg Bogenperger im Mai 1990 zum Chef und Bürgermeister auf. In seiner Amtszeit wuchs die Einwohnerzahl um 1700 Bürger, mit seiner Steuerkraft liegt der Markt Burgebrach seit Jahren auf einem der vorderen Plätzen im Landkreis, seit 2010 ist die Gemeinde schuldenfrei und kann trotz hoher Investitionen 5,9 Millionen Euro Rücklagen verzeichnen.


Ein lange Liste

Alle Projekte konnte Göller in der Kürze gar nicht aufzählen, er beschränkte sich auf die Wichtigsten: Seit 1991 hat der Markt einen Wertstoffhof, die kommunale Wasserversorgung wurde auf den Zweckverband Auracher Gruppe übertragen - weitere Gemeindeteile wurden zentral angeschlossen. Die Ferngas-Anbindung erfolgte 1994, die Steigerwaldklinik etablierte sich am Eichelberg, ein größeres Industriegebiet im Osten wurde ausgewiesen, der Friedhof wurde erweitert und eine Aussegnungshalle errichtet; das Eon-Gelände wurde erworben und den Vereinen und der Tafel zur Verfügung gestellt, die Steigerwaldhalle wurde erworben und saniert, das Seniorenzentrum St. Vitus errichtet, das Bürgerhaus saniert, neue Wohnbaugebiete geschaffen, die Windeckhalle errichtet, das Radwegenetz auf der alten Bahntrasse wesentlich erweitert, das Schulzentrum mit Hallenbad energetisch generalsaniert, das neue Feuerwehrzentrum errichtet. Georg Bogensperger habe stets die Entwicklung der Arbeitgeber am Ort gefördert und für die erforderliche Infrastruktur gesorgt.

Auch die Entwicklung in den Ortsteilen lag Bogensperger sehr am Herzen: Baugebiete wurden ausgewiesen, Dorferneuerungen durchgeführt, die Vereine unterstützt, Gemeinschafts- bzw. Feuerwehrhäuser errichtet. Alle Maßnahmen waren geprägt von solider Finanzierung, Wirtschaftlichkeit, dem Gemeinwohl dienend und der Entwicklungen fördernd, so der Dritte Bürgermeister. "Ohne Deine Lebensleistung wäre Burgebrach nicht die Gemeinde mit Vorzeigecharakter", lobte Göller. Sein Dank galt nicht nur Georg Bogensperger alleine - sondern auch seiner Familie, die ihn mit vollem Einsatz unterstützt habe.

Landrat Günther Denzler (CSU) dankte für die Treue und Loyalität in den 18 Jahren gemeinsamer Zusammenarbeit im Kreistag, als stellvertretender Landrat sei Bogensperger sein Wunschkandidat gewesen.

"Dass in Burgebrach stets das Beste gut genug ist, erkennt man bereits bei einer Durchfahrt an den Ortseingängen - im Osten die Steigerwaldhalle, im Westen das neue Feuerwehrzentrum", lobte Bundestagsabgeordneter Thomas Silberhorn (CSU). Und doch gebe es auch mit den Nachbargemeinden eine Harmonie, das zeige schon allein die Anwesenheit derer Bürgermeister bei dem Festakt.

In kirchlichen Angelegenheiten hatte Georg Bogensperger immer ein offenes Ohr, so Pfarrer Bernhard Friedmann. So konnte in enger Zusammenarbeit der Kindergarten St. Vitus errichtet werde. Kinderkrippen wurden dann bedarfsgemäß im Kindergarten St. Vitus und derzeit im Kindergarten St. Anna angebaut. Er, Friedmann, wünsche sich Georg Bogensperger nicht als Bürgermeister im Ruhestand, sondern in Reichweite - zum Beispiel als Organist in den Gottesdiensten. Zusammen mit dem evangelischen Pfarrer Ulrich Rauh (Walsdorf) überreichte er ein neues Gotteslob.

Georg Hollet, Erster Bürgermeister der VG-Partnergemeinde Schönbrunn i. Steigerwald, schenkte Bogensperger eine Ruhebank am Radweg zwischen den beiden Gemeinden am Niederndorfer Berg, auf der sich Bogensperger dann bei seinen Freizeitaktivitäten auch mal ausruhen könne.

Dank an Familie und Bürger

Johannes Maciejonczyk, Amtsnachfolger ab 1. Mai, stellte fest, dass bayerische Bürgermeister kein Problem mit der Frage alt oder jung hätten. Es sei zwar bitter, einstimmig zum "Altbürgermeister" gekürt zu werden - aber alt sei als Zeichen des Respektes vor der Leistung zu sehen. Respekt habe er vor so viel Lob an diesem Festabend. Er dankte Georg Bogensperger und hieß ihn stets bei allen Veranstaltungen und im Rathaus willkommen.

In seiner Abschlussrede ließ Georg Bogensperger die Höhepunkte seiner Amtszeit kurz Revue passieren. Er dankte zunächst seiner Familie, die in all den Jahren sein Amt mitgetragen habe, allen Marktgemeinderäten - auch den ehemaligen - für die Unterstützung, den Bürgern für ihr Vertrauen, der Verwaltung für die tatkräftige Unterstützung, den Behörden, den kirchlichen Trägern, den Schul- und Kindergartenleitungen und nicht zuletzt dem Herrgott für seine Güte und Huld. Für die Menschen in der Gemeinde zu arbeiten und zu planen sei kein Opfer für ihn gewesen, so Bogensperger. Das Engagement für die Kinderkrippen, Kindergärten und Schulen sehe er als Baustein für die Zukunft.

Die musikalische Unterhaltung der Festveranstaltung übernahmen die Ebrachtaler Musikanten, der Männergesangverein im Steigerwald und der Singkreis Unterneuses.