Noch keinen Satzungsbeschluss fasste der Gemeinderat Oberhaid zur Aufstellung eines Bebaungsplanes für einen Solarpark nördlich der Bahnlinie in Unterhaid. Vor dem Hintergrund der öffentlichen Auslegung des Plan-Entwurfs informierten die Projektanten Harald Kegelmann (Advanced Solar Hirschaid) und Matthew Malone (UCCB International) über die Entwicklung des Vorhabens. Für etwa zwei Millionen Euro soll zwischen Unterhaid und Staffelbach ein rund fünf Hektar großes Gelände zur Energiegewinnung genutzt werden.

"Wir könnten im August schon bauen, die Verträge mit dem Investor sind unterschriftsreif", ließ Harald Kegelmann die Räte wissen. Deshalb wünsche man sich eine baldige Entscheidung auch vor dem Hintergrund der sich verändernden Förderlandschaft. Als Investitionspartner nannte er die Deutsche Bürger-Energie (DBE), hinter der wiederum die genossenschaftlich organisierten Volks- und Raiffeisenbanken stünden. Allerdings, so Bürgermeister Carsten Joneitis (SPD), müsse die Sache "Hand und Fuß haben". Denn mit einem Satzungsbeschluss erlange die Sache Rechtskraft, ein eigener Bauplan müsse, so Kegelmann auf Anfrage von Gemeinderat Otmar Schels (CSU), nicht eingereicht werden. Als "fertig" gelte die Anlage, wenn alle Module angeschlossen seien, der Beginn der Einspeisung sei nicht der kritische Punkt.

Als "unwahrscheinlich" bezeichnete es Kegelmann auf Anfrage von Gemeinderat Herbert Ramer (UBV), dass die verwendeten Module aus deutscher Fertigung kommen würden. Ramer möchte mit der Anlage auch einen Beitrag leisten, "deutsche Unternehmen in der Solarmodul-Herstellung am Leben zu erhalten".

Mit der Bürgerbeteiligung wolle man die Öffentlichkeit so früh wie möglich informieren, betonte Bürgermeister Joneitis. "Wir suchen die Flächen, stellen den Einspeiseantrag und tragen die unternehmerische Verantwortung für das Projekt bis zur Übergabe an den Betreiber", beschrieb Harald Kegelmann die Rolle seiner Firma. Seit eineinhalb Jahren habe man die Fläche bei Unterhaid im Visier. Für die jetzt reduzierte Fläche sei zur Einspeisung eine etwa 1,7 Kilometer lange Leitung notwendig. Die jährlichen Einnahmen seien zunächst mit etwa 350 000 Euro beziffert worden, dürften sich aber durch den Leitungsbau, Trafostation und Einzäunung reduzieren. Dennoch wollten die Investoren eine Rendite von zehn Prozent sehen, "unter 4,5 Prozent verliert man das Interesse", so Kegelmann. Finanziert werde ein Anteil von 15 Prozent über Beteiligungen der Bürger, der Rest über Banken. Dazu gebe es so genannte Energiepakete für 1050 Euro pro Stück.

Vor diesem Hintergrund konnte sich Bürgermeister Joneitis "einen Ansatz durchaus vorstellen". Dennoch sei wegen mancher Ungereimtheiten im politischen wie im wirtschaftlichen Bereich noch "Vorsicht geboten". Ganz aus der Verantwortung entlassen wolle man die Firma Kegelmann andererseits auch nicht‚ "der Gemeinderat behält sich den Satzungsbeschluss vor", so das Gemeindeoberhaupt abschließend.

Noch abwarten will der Gemeinderat, ob eine an der Gemeindegrenze zu Lauter und Stettfeld ausgewiesene Vorrangfläche für Windkraftanlagen überhaupt Oberhaider Gebiet berührt. Geschäftsleiter Joachim Karl äußerte da Zweifel, Genaues sei es auf der Karte nicht zu erkennen. "Es ist kaum Wind bei uns", meinte dazu Bürgermeister Joneitis. Im Übrigen müsse man die Pläne im benachbarten Unterfranken abwarten, um mögliche Belastungen für das Gemeindegebiet besser einordnen zu können.