Ausgewertet wurden alle Unfälle die sich im Landkreis Bamberg zwischen den Jahren 2010 und 2012 ereignet haben. Helmut Hartwich von der Unteren Straßenverkehrsbehörde des Landkreises berichtete, dass durchschnittlich pro Tag zehn Menschen im Straßenverkehr ums Leben kommen.

"Im Freistaat ist die Zahl der Verkehrsunfälle 2012 von rund 350 000 auf etwa 364 000 wieder gestiegen. Gleichzeitig aber sank die Zahl der Verkehrstoten von 780 auf 662", schilderte Hartwich.

Fast zwei Drittel aller Verkehrstoten sind auf bayerischen Landstraßen umgekommen. Als Hauptursache für Verkehrsunfälle nannte Hartwich nicht angepasste Geschwindigkeit und Missachtung der Vorfahrtsregeln.
An dritter Stelle lägen alkoholbedingte Unfälle.

Anstieg in 2012

Im Landkreis Bamberg hingegen seien zunächst die Verkehrsunfälle in den Jahren 2010 und 2011 zurückgegangen, 2012 jedoch wieder angestiegen. "Allerdings haben wir in Bamberger Landkreis keine sogenannten Unfallschwerpunkte. Alle Unfälle haben ihre Ursache in erster Linie im (Fehl-)Verhalten der Verkehrsteilnehmer", erläuterte Hartwich.

Leider, so ergänzte Peter Krauß von der Polizeiinspektion Bamberg-Land, kamen in den letzten drei Jahren vier Menschen auf Bambergs Landstraßen zu Tode. So verunglückte unter anderem eine 41-jährige Fahrerin eines VW-Busses an der Kreuzung der Kreisstraße BA 1 und BA 6 tödlich. Sie übersah einen in Richtung Scheßlitz fahrenden Audi-Fahrer.

In Folge des Unfalles habe man eine Sicht behindernde Hecke entfernt und auf der Kreisstraße BA 1 im Bereich vor der Kreuzung in beiden Richtungen ein Überholverbot sowie eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 70 km/h angeordnet.

Obwohl es im Landkreis keinen Unfallschwerpunkt, an dem sich mehr als drei Unfälle auf einer Straße innerhalb eines Kilometers ereigneten, gab, steche dennoch die BA 22 von Vorra nach Pommersfelden als besondere Gefahrenstelle hervor, so Krauß. Hier hätten sich die meisten Unfälle in den letzten Jahren ereignet.
Als Unfallursachen nannte der Polizeibeamte unter anderem zu hohe Geschwindigkeiten und Versagen der Fahrzeugführer. "Im Durchschnitt ereignen sich auf Bambergs Landstraßen pro Tag rund sieben Verkehrsunfälle", bilanzierte Krauß.

Mehr Wildunfälle

Deutlich gestiegen seien auch die Wildunfälle im Landkreis. Laut der Polizeistatistik wurden im vergangenen Jahr 612 Wildunfälle registriert. Die Dunkelziffer dürfte aber wohl deutlich höher liegen. "Die meisten Wildunfälle ereigneten sich im östlichen Landkreis in den Gemeindegebieten Heiligenstadt, Scheßlitz und Strullendorf.

"Zusammenfassend ist festzustellen, dass durch die zahlreichen Verbesserungs- und Ausbaumaßnahmen am Kreisstraßennetz in den letzten Jahren viele frühere Unfallschwerpunkte entschärft werden konnten", bilanzierte Helmut Hartwich. Dennoch sei man weiterhin bestrebt, die Zahl der Unfälle so weit wie möglich zu senken.