Die Landesgartenschau könnte dem neuen Hotel in der Volkspark-Gaststätte zu einem Bilderbuch-Start verhelfen: Wenige Tage vor seiner Inbetriebnahme liegen schon über 50 Reservierungen für die zehn Doppelzimmer vor. "Es läuft gut an" freut sich denn auch Ralf Göller, der als Projektleiter bei der Stadtwerke Bamberg GmbH die Reaktivierung des Traditionslokals neben dem Fußballstadion in Bamberg-Ost geplant und beaufsichtigt hat. Amkommenden Mittwoch werden Gaststätte, Hotel und Biergarten eröffnet.

Niedergang und Leerstand zogen sich Jahre hin. Wie lange genau, das wüssten auch die Nachbarn und Leute vom Bürgerverein Bamberg-Ost nicht, die sich schon umgesehen haben und mit denen Marcus Hampel gesprochen hat. Er ist der Leiter Gastronomie in der Betriebsservice GmbH der Stadtwerke und damit auch zuständig für die Bewirtschaftung des "Bambados" mit einem 13-köpfigen Team.

Gefühlt ist der Stadtteil wohl schon sehr lange ohne eine Gaststätte mit gutbürgerlichem Angebot. Das sagt der Vorsitzende des zuständigen Bürgervereins, Christian Lange. Deshalb sei nicht nur der Vorstand froh, dass man am Volkspark bald wieder einkehren kann. Lange berichtet von einem ausgesprochen großen Interesse seitens der Mitglieder. Zu einer Führung, die der BV Ost kürzlich im sanierten Haus erhielt, hätte man statt der angemeldeten 30 Leute wesentlich mehr mitnehmen können. Das Ergebnis der Modernisierung sei "allgemein sehr positiv aufgenommen" worden. Langes persönlicher Eindruck: "Die Gaststätte ist sehr schön geworden."

Auch als Stadtrat (CSU) kann der Bürgervereins-Vorsitzende dem gastronomischen Neustart am Volkspark nur Gutes abgewinnen. Schließlich setze man sich im Stadtrat seit Jahren und über Parteigrenzen hinweg für eine Aufwertung des gesamten Volkspark-Areals ein.

Ab 1926 als neue Heimat für Sportvereine und als Naherholungsgebiet für die Bevölkerung angelegt, steht der Volkspark seit 2007 als Ganzes unter Denkmalschutz. Die im Jahr 1936 eröffnete Gaststätte ist Teil des Ensembles. Schon deshalb verboten sich bei der Modernisierung äußerlich größere Veränderungen. Der Gastraum im Parterre behielt seine charakteristischen Rundbogenfenster. An der Rückseite "versteckt" wurde der Anbau, der einen Barriere freien Zugang von der Pödeldorfer Straße zu Gaststätte, Toiletten und Biergarten erlaubt.
Im ersten und zweiten Stock machten die Stadtwerke aus Wohnungen zehn Hotelzimmer. An den Wänden hängen alte Fotografien, die zeigen, wie es im Volkspark früher ausgesehen hat und, dass es auch eine Radrennbahn gab. Für die Gaststätte hat Göller ebenfalls historische Bilder ausgekramt: Sie erinnern an die Bamberger Straßenbahn-Ära, die in den 1920er Jahre schon zu Ende ging. Die Fotos hat der Stadtwerke-Architekt "zufällig im Keller des Verkehrsbetriebs entdeckt".

Die Stadtwerke betreiben Gaststätte und Hotel selbst. Das Konzept sei, sagt Unternehmenssprecher Jan Giersberg, dass sich Gasthaus und Bambados-Gastronomie ergänzen. Die bewirtschaftung des Hallenbads allein rentiere sich vor allem im Sommer nicht.