Es ist tiefschwarz mit einer beigen Schaumkrone, entfaltet einen lieblich-fruchtigen Duft und füllt den Mund mit einer Mischung aus Schokolade und Roten Beeren: Holladiebierfee, Teil drei. Das Projekt der vier Jungbrauerinnen aus Memmelsdorf, Trebgast und Hof ist den Kinderschuhen entwachsen und hat sich zu einem echten Bierknüller gemausert. Jetzt lüfteten sie das Geheimnis um ihr neues Werk.

Der kleine Kreis von Bierkennern staunte nicht schlecht, als Hausherrin Isabella Straub (Brauerei Drei Kronen, Memmelsdorf) gemeinsam mit ihren Mitstreiterinnen Yvonne Wernlein (Brauerei Haberstumpf, Trebgast), Monika und Gisela Meinel-Hansen (beide Brauerei Meinel, Hof) die ersten Gläser mit der neuen Bierfee servierte. Etwa 30 geladene Gäste waren in die Memmelsdorfer Feinschmeckerbrauerei gekommen, um den wohl charmantesten Bockbieranstich Frankens zu erleben.

Zu dem edel geschwungenen Glas mit dem tiefschwarzen Bier servierten die vier Frauen Fruchtspieße, die sie zuvor am Schokoladenbrunnen mit dunkler Schokolade überzogen hatten. "Ein Gedicht", urteilte beispielsweise Bernd Sauer von der Handwerkskammer für Oberfranken, zugleich auch Geschäftsführer von Bierland Oberfranken, dem Zusammenschluss aller oberfränkischen Brauereien, "da bekommt man schon richtig Lust auf die süße Weihnachtszeit!"

Sieben Malzsorten

In einer kurzen Vorstellung nannten die vier Bierfeen anschließend die Hintergründe ihrer neuen Kreation. "Wir haben mit sieben verschiedenen Malz sorten gearbeitet, darunter Dinkel- und Dinkelkaramellmalz", verriet "Malzfee" Isabella Straub. "Hopfenfee" Gisela Meinel-Hansen ergänzte: "Es ist eine bunte Mischung aus tradtitionellen fränkischen Hopfen und einigen Neuzüchtungen in unserem Bier, alle aus dem Spalter Anbaugebiet." In der Nase hat man sowohl den "Mandarina Bavaria"-Hopfen mit seinen Mandarinenaromen, als auch "Hallertau Blanc"-Hopfen, der intensive Weißweinnoten ins Bier bringt.

Ihre Schwester Monika und "Hefefee" zeigte die hohe Kunst, die hinter dem neuen Bier steckt: "Wir haben zuerst mit einer ganz neuen Hefe vergoren, einer Barleywine-Hefe aus England. Die ist für besonders starke Biere verantwortlich, die fast wie Dessertwein schmecken. Anschließend haben wir noch eine Burgunderhefe dazu gegeben. Damit kommen die Weinaromen noch viel besser heraus." "Und das Ganze funktioniert nur deshalb so gut, weil wir das weiche Brauwasser aus dem Obermaintal verwendet haben. Das unterstreicht zusätzlich die Malzaromatik in unserem Bier", sagte abschließend die "Wasserfee" Yvonne Wernlein, deren Brauerei in Trebgast bei Kulmbach liegt. Heraus kam ein Bier, das man am ehesten als Chocolate Stout einordnen würde, mit 21Prozent Stammwürze und 7,5 Prozent Alkoholgehalt.

Eine Erfolgsgeschichte

Die vier Jungbrauerinnen hatten Anfang 2012 aus dem ersten Brauerinnenstammtisch heraus die erste "Holladiebierfee" gebraut und sind von der Entwicklung der letzten zwei Jahre völlig überwältigt. "Am Anfang haben sie uns echt ausgelacht. Wer will denn sowas? - das war der Kommentar eines Getränkehändlers in Hof", berichtete Gisela Meinel-Hansen, "doch das hat sich schnell geändert.

Diesmal hatten wir eine Liste mit über 250 Vorbestellungen. Das sind mehr als 10 Prozent des ganzen Sudes." Ihre Schwester Monika konnte am Morgen des Bier-Premierentages ihren Augen nicht trauen: "Da standen doch tatsächlich etwa 50 Leute in einer Schlange vor dem Brauereiladen und wollten das neue Holladiebierfee kaufen. Am lustigsten fand ich einen unserer Stammkunden. Der hat zu seinem üblichen Kasten Mephisto-Bier drei Flaschen Holladiebierfee erstanden. Dann wollte ich ihm erklären, wie er es am besten trinken soll. Er hat abgewunken und gesagt: Davon kriege ich eh nichts, das trinken alles meine Frauen zuhause." Und auch Yvonne Wernlein war überrascht: "Da war eine ältere Dame bei uns, die hat erzählt, dass sie noch in einer Brauerei war, aber nun extra wegen unseres neuen Bieres gekommen war. Ich bin dann mit ihr eine halbe Stunde durch die Brauerei gegangen - es war wirklich eine neue Welt für sie." Dieses Bier ist also wirklich auch ein Bier "von Frauen für Frauen".

Die offizielle Bierbeschreibung des neuen Holladiebierfee lautet wie folgt: "Ein ebenholz-nussbraunfunkelndes Spezialbier mit prallem, köstlichen Malz aus der Weyermann Malzmanufaktur, klassisch gehopft. Barleywine- & Burgunderhefe bescheren eine wilde Rote-Beeren-Schoko-Gaumenexplosion. Kulinarisch als Herzenswärmer oder Digestif: Zu Süppla, Pasta, Festtagsbraten, Schokoladen-Fondue, Halbbitterschoki und Vanilleeiscreme. Von vier Braufeen aus drei Brauereien!"