"1000 Jahre Pfarrei und Dorf Seußling" - im Rahmen des Festjahres hatte der Festausschuss am Wochenende zum Dorffest mit "offenen Höfen" und zusätzlich am Sonntag zu einem großen Festzug eingeladen. Der historische Festzug durch Seußling war zweifelsohne ein weiterer Höhepunkt im Festjahr. Zahlreiche Besucher waren gekommen und wurden nicht enttäuscht, von dem was der kleine Altendorf Gemeindeteil auf die Beine gestellt hatte.

Da die Organisation des ganzen Festjahres von Seiten der Pfarr- bzw. Kirchengemeinde aus geht, war es der in Seußling sehr geschätzte Pater Maria Pushpam Pannir Selvam, der gekleidet als Prälat, zusammen mit den Ministranten und den Kirchenfahnen, den Festzug anführen durfte. Es folgten die in historischen Kostümen erschienen "weltlichen Räte" und die Politprominenz.
Mit viel Beifall wurde das Brautpaar mit seiner Gesellschaft bedacht, das hinter dem reichlich ausgestatteten Kammerwagen, mitging.

Aber auch die Schulkinder, die fleißigen Hausfrauen, die Mütter mit ihren Kinderwägen, die Feuerwehr mit der historischen Spritze und die anderen örtlichen Vereine hatten offensichtlich sehr viel Spaß bei ihren Darbietungen.

Auf Hochglanz poliert

Viele der mitfahrenden historischen Traktoren, extra für diesen Tag auf Hochglanz poliert, ernteten einen Extra-Applaus. Die Besucher am Straßenrand wurden dafür reichlich mit kleinen Leckereien versorgt.
Die Seußlinger verstehen es zu feiern. Viel Mühe hat man sich gemacht, und Höfe, Gärten und Scheunen herausgeputzt, Freunde und Verwandte zur Mithilfe engagiert und ein tolles Programm auf die Beine gestellt. Die eigene Hausgeschichte wurde erforscht und dargestellt, den Besuchern der Hausrat der Großelterngeneration gezeigt und so manches bäuerliche Arbeitsgerät in Stand gesetzt.

Ganz nebenbei gab's beim Besuch der einzelnen Höfe eine kleine "Nachhilfestunde" in Heimat- und Sachkunde.Wer weiß denn heute noch was "Blöcher" sind, wie ein Reneklodenschnaps gemacht wird und was es heißt, "Lohe zu klopfen"? Das reichliche Angebot an Speisen und Getränken wurde genauso gelobt, wie auch die zahlreichen Mitmachangebote für die kleinen Besucher.

Großes Interesse fand die Ausstellung des Clubs "Alte Fahrzeuge Seußling" sowie die Arbeit des Korbflechters und das Dreschen mit der alten Dreschmaschine von 1937.

Bereits am Samstag hatten sich rund 550 Wallfahrer, aus den früher zu Seußling gehörenden Pfarreien sowie vielen Pfarreien aus dem Dekanat Hirschaid, zu einer Sternwallfahrt nach Seußling aufgemacht. Dank der punktgenauen Koordination von Josef Seuberth aus Sassanfahrt sind die Wallfahrer mit ihren Fahnen und Wallfahrtsschildern, aus allen Himmelsrichtungen kommend, unter feierlichem Glockengeläut und dem gleichen Kirchenlied in St. Sigismund eingezogen.

Die Gläubigen wurden durch Dekan Johannes Reinsch begrüßt, der zusammen mit Pater Maria Pushpam Pannir Selvam aus Sassanfahrt, Pfarrer Matthias Steffel aus Hallerndorf, Pfarrer Francis Plakkil und Pfarrer Siegfried Schrauder aus Hirschaid sowie dem Pastoralreferenten Thomas Hornung den Festgottesdienst feierte. In seiner Predigt machte der Dekan den Wallfahrern Mut "in Treue zu Gott und zum Glauben zu stehen" und erinnerte an das Beispiel der Jünger Jesu, die als kleine Gruppe auch zahlreichen "Ängsten und Anfeindungen" ausgesetzt waren.

Gemeinsam auf dem Weg

Im Anschluss an den Gottesdienst konnten sich die Wallfahrer im vollbesetzten Pfarrgarten stärken und mit anderen ins Gespräch kommen. Für Claudia Brunner aus Strullendorf, ist die Wallfahrt auch in der heutigen Zeit wichtig. Sie schätzt es "sich gemeinsam auf den Weg zu machen, über den eigenen Tellerrand zu schauen" und die "Begegnung mit den anderen Menschen, die auf dem Weg sind."