Der Bayerische Landtag, das Bayerische Sozialministerium und die Behindertenbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung zeichneten in Straubing Arbeitgeber für herausragende Inklusion von Menschen mit Behinderung im Arbeitsleben aus. Mit dem Preis "JobErfolg - Menschen mit Behinderung am Arbeitsplatz" in der Kategorie "Öffentlicher Dienst" wurde in diesem Jahr der Markt Hirschaid für den besonderen Einsatz für schwer mehrfach behinderte Mitarbeiter geehrt.

Seit vielen Jahren arbeiten in der Hirschaider Gemeindeverwaltung Menschen mit Behinderung, zum Teil auch mit schwerer Behinderung. Sechs sind es derzeit. Zu ihnen gehört zum Beispiel ein über 50-jähriger Mann, der in der Gemeindekasse eingesetzt ist. Er wurde als Kind Opfer eines schweren Verkehrsunfalls und ist auf den Rollstuhl angewiesen.

Um ihn beschäftigen zu können, verzichtet die Gemeindeverwaltung auf den Einsatz schneller Computertechnik. Der schwerbehinderte Kollege erfasst die Daten mit einer speziell angepassten Schreibmaschine. "Die Arbeiten dauern aufgrund der motorischen Einschränkungen länger, aber sie sind gut", sind sich die Mitarbeiter einig.

Autistischer Kollege im Bauamt

Im September 2011 kam ein autistischer Kollege ins Bauamt. Die anfänglichen Kommunikationsschwierigkeiten sind inzwischen überwunden; die Belegschaft ist geduldig und unterstützt den Mitarbeiter tatkräftig, nimmt ihn auch in den Außendienst zu Vermessungsarbeiten mit. Auch in den gemeindeeigenen Einrichtungen wird die Eingliederung behinderter Menschen gefördert und unterstützt.

Zwei lernbehinderte junge Frauen waren fünf beziehungsweise acht Jahre lang im Rahmen eines Lebenshilfe-Projektes als Hilfskräfte für die Mittagsbetreuung im Kindergarten St. Vitus eingesetzt. Als die finanzielle Förderung auslief, sollten die Stellen gestrichen werden. Nur durch Zustimmung der Gemeinde konnten die beiden Frauen im Kindergarten weiterbeschäftigt werden.

Hinter diesem Engagement stehen vor allem Erster Bürgermeister Andreas Schlund und der Behindertenbeauftragte Josef Haas. Ihnen war auch wichtig, dass ein Arbeitsplatz im Bürgerbüro sowie der Sitzungssaal mit einer Induktionsanlage ausgestattet sind. Leitsysteme für Sehbehinderte wurden installiert.