Elsa, die Gräfin von Paris und auch die Köstliche von Charneux geben sich in Lauf bei Zapfendorf die Ehre. Dafür rücken ihnen und ihren erlauchten Kollegen diese Woche die Gärtner des Landkreises zu Leibe: Der Frühjahrsschnitt steht bei diesen alten Birnensorten ebenso an wie bei der Ananasrenette oder dem Danziger Kantapfel, die auf der Seite der Apfelbäume zu den älteren Sorten zählen. Selbstverständlich mischen sich auch die wesentlich Jüngeren in den illustren Kreis gepflegter Obstbäume, darunter etwa Remo und Rebella bei den Apfelsorten oder Harrow Sweet bei den Birnen.

Uwe Hoff kennt sie alle, ihre Blüten und ihren Geruch, ebenso wie ihre wohlschmeckenden Früchte. Der Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege freut sich schon auf die Besucher der Bamberger Landesgartenschau, die in Sachen Obstsorten hier 500 Jahre erleben können. Denn auf dem Landesgartenschaugelände kann dieser Themenbereich zwangsläufig nicht so einen Raum finden wie hier bei Lauf. Schließlich dauert es etliche Jahre, bis ein Obstbaum zu einem prächtigen und tragenden herangewachsen ist.

Seit dem Jahr 1988 hatten die Bäume auf den beiden Streuobstwiesen des Gartenbau-Kreisverbands genügend Zeit, zu ebenso stattlichen wie gepflegten Hochstamm-Obstbäumen mit insgesamt 200 verschiedenen Sorten heranzuwachsen. "Bäume in ausgewachsenem Zustand in vollem Ernteertrag und gutem Pflegezustand", merkt Hoffs Kollegin, Kreisfachberaterin Alexandra Klemisch hierzu an. Im Landkreis-Pavillon auf der am 26. April beginnenden Landesgartenschau wird der Außenstandort beworben. Bis dahin werden auf der über zwei Hektar großen Obstsortenanlage mit ihren zwei verschiedenen Streuobstwiesen und dem Lehrpfad auch die acht Tafeln stehen, die über die Anlage selbst sowie die Obstsorten Aufschluss geben. Für Schulen steht ein grünes Klassenzimmer zur Verfügung, so lernt man hier alles über Obstsorten.

Rundweg ist 2,5 Kilometer lang

Die Besucher können ihre Autos am Parkplatz des FC Lauf abstellen und sich von hier auf den gut zweieinhalb Kilometer langen Rundweg machen, der auch mitten durch die Streuobstwiesen führt. Man kann sie allein erkunden oder bei Führungen. Die koordiniert Hoff (Telefon 0951/85-527). Sie dauern in der Regel eineinhalb Stunden und kosten 70 Euro. Sie werden von Hoff und seiner Kollegin Claudia Kühnel, aber auch von vier weiteren Personen gehalten. Als beste Zeiten für einen Besuch nennt Hoff den Herbst, wenn Verkostungen möglich sind, oder das Frühjahr mit der Blüte, "da fühlt man sich hier wie im Paradies."