Im fairen Wettbewerb mit dem Klinikum Bamberg will die Gemeinnützige Krankenhaus-Gesellschaft des Landkreises (GKG) auch in Zukunft gemeinsam mit den niedergelassenen Ärzten den Patienten "regional eine hervorragende medizinische und pflegerische Versorgung angedeihen lassen". Dies unterstreicht Geschäftsführer Manfred Fischer in einem Antwortschreiben an den Ärztlichen Direktor der Sozialstiftung Bamberg, Hans-Joachim Thiel. Der hat der GKG wegen der Einrichtung eines Herzkatheter-Platzes an der Steigerwald-Klinik eine "eindeutige Provokation" und "Schaffung eines Konflikts mit nachteiligem Effekt für unsere Patienten und klinischen Institutionen" vorgeworfen.

Die Zukunft einer "qualitativ hochwertigen und ökonomisch ausgewogenen" Versorgung der Patienten in der Gesundheitsregion sehe man in einer engen Kooperation aller beteiligten Akteure, schreibt Hans-Joachim Thiel für die Sozialstiftung Bamberg (SSB) weiter. Unter anderem sei ein Konzept zur Weiterbildung auf die GKG-Häuser ausgedehnt worden und habe sich sehr bewährt. Die Chefärzte der SSB begrüßten ebenso "alle Bemühungen der Politik, die seit Langem geplante und gewünschte Fusion der beiden Krankenhäuser der GKG mit den Krankenhäusern der SSB ... zu verwirklichen".

Umso mehr sei man erstaunt, so Thiel weiter, dass von der GKG in Burgebrach eine Hauptabteilung für Kardiologie errichtet werden solle. Installiert werde hier ein Herzkatheter-Messplatz mit einem Investitionsvolumen zwischen 600 000 und einer Million Euro. Chefarzt dieser Hauptabteilung solle Hendrik Bachmann werden, bisher Oberarzt am Klinikum, "der mit den Notärzten der Region gut vernetzt ist". Zwei weitere Ärzte des Klinikums sollten ihm nach Burgebrach folgen, "um die Patientenströme von Bamberg nach Burgebrach zu lenken". Für diese Art der Abwerbung habe man kein Verständnis. Zudem müsse die Sinnhaftigkeit eines Herzkatheters 15 Kilometer entfernt von einem Schwerpunktkrankenhaus aus ökonomischen Gründen in Frage gestellt werden. Man sehe darin einen Affront gegen das Klinikum am Bruderwald. Nicht Kooperation, sondern Konfrontation sei das von der GKG ausgehende Signal.

Patienten haben die Wahl


Deren Geschäftsführer Manfred Fischer hält entgegen, dass an der Steigerwaldklinik keine neue Hauptabteilung entstehe, sondern das dortige Zentrum für Innere Medizin lediglich durch den weiteren Schwerpunkt Kardiologie erweitert werde. Den Nutzen für die Patienten sehe man "in einer Option der Wahl des behandelnden Arztes". Derzeit wandere ein nicht unerheblicher Anteil von Herzpatienten in andere Zentren - überwiegend nach Coburg - ab. Der künftige Chefarzt wolle "grundsätzlich sehr eng" mit der kardiologischen Abteilung des Klinikums Bamberg kooperieren. Das neue Angebot bedeute nicht nur geringere Wartezeiten, sondern es werde auch Wertschöpfung in der Region gehalten. Besonders verwahrt sich Geschäftsführer Fischer gegen den Vorwurf der Abwerbung von Ärzten. Im Übrigen verlege die GKG einen Großteil der Patienten, die in ihren Häusern nicht mehr behandelt werden könnten, an die SSB-Einrichtungen. "Im vergangenen Jahr waren dies 167 Patienten, von der SSB wurde lediglich ein Patient vom Klinikum am Michelsberg zurückverlegt", schreibt Fischer.

Zu Wort gemeldet haben sich in dieser Sache die Grünen in Bamberg. GAL-Stadträtin Ulrike Heucken fordert eine "grundlegende Neuausrichtung" der Sozialstiftung auf die Region. "Wir von der Sozialstiftung Bamberg verhielten uns immer wieder konfrontativ statt kooperativ, und die Mehrheit im Stiftungsrat gestattete es dem Geschäftsführer Frauenknecht, eine knallharte Wettbewerbsstrategie zu fahren, die jeden Kooperationspartner vor den Kopf stößt." Dass darauf mit denselben Mitteln reagiert werde, dürfe nicht verwundern, so ihr Resümee.
Als Aufsichtsratsvorsitzender der Krankenhaus-Gesellschaft des Landkreises Bamberg hat Landrat Günther Denzler mehrfach das Interesse an einer Kooperation mit der Sozialstiftung betont. Dafür müssten die eigenen Krankenhäuser aber gut aufgestellt sein.