BambergFeuerwehrmänner und Bollerwagen so weit das Auge reichte Zu tausenden wurden sie am Samstag in der Stadt gesichtet. Allerdings waren sie weder auf Betriebsausflug, noch holten sie mit ihren Handwagen den Herrentag nach. Sondern sie alle beteiligten sich am 15. Oberfränkischen Leistungsmarsch der Feuerwehr, der erstmals in Bamberg ausgetragen wurde.

Apropos Bollerwagen. Manche Feuerwehrler wie beispielsweise die Männer aus Burgebrach waren sehr einfallsreich und haben ihr Gefährt als kleines Feuerwehrauto umgestaltet. So unterschiedlich die Handkarren auch optisch waren, eines hatten sie alle gemeinsam: auf ihnen befand sich nicht - wie üblich am Vatertag - ein Fässchen Bier, sondern sie wurden schlichtweg benutzt, um Teile der Feuerwehr-Ausrüstung zu transportieren. Schließlich mussten die Teilnehmer des Leistungsmarschs einen knapp acht Kilometer langen Fußweg durch die gesamte Innenstadt zurücklegen.

Start und Ziel des Leistungsmarschs war an der Turnhalle der Graf-Stauffenberg-Schule. Von hier aus galt es, im gesamten Stadtgebiet verteilte Stationen zu erreichen, an denen feuerwehrtechnische Übungen absolviert werden mussten.

Die insgesamt zwölf Stationen befanden sich beispielsweise am Maxplatz, in der Alten Hofhaltung, dem Franz-Ludwig-Gymnasium oder im Innenhof der Rupprecht-Grundschule. Hier mussten die teilnehmenden Gruppenmit jeweils vier Feuerwehrmännern bzw. -frauen unter Anderem mit einer Kübelspritze gezielt wassergefüllte Eimer von einem Stein spritzen, blind einen Brustrettungsgurt anlegen oder eine Saugleitung legen. Während es beim Absolvieren der Strecke nicht auf Zeit ankam, standen die Teilnehmer bei den Prüfungen unter Zeitdruck.

"Der Leistungsmarsch wurde nicht nur erstmals in Bamberg durchgeführt, sondern er war auch bisher einer der größten oberfränkischen Märsche", schilderte Stefan Völkl vom Bamberger Organisationsteam. Insgesamt beteiligten sich über 140 Gruppen mit über 600 Teilnehmern. Hinzu kamen über 150 Schiedsrichter sowie weit über 150 Bamberger Helfer. Ziel des Leistungsmarschs ist es, spezifische Handgriffe der Feuerwehr unter Wettbewerbsbedingungen zu üben.

Der erste Leistungsmarsch für Erwachsene in Oberfranken fand 2001 in Hirschaid statt. Musikalisch umrahmt wurde der Leistungsmarsch von gleich drei Feuerwehr-Spielmannszügen.

Lichtenfelser Frauen räumten mit zwei Pokalen gleich ordentlich ab

Der Landkreis Lichtenfels hatte beim 15. Oberfränkischen Leistungsmarsch mit seinen teilnehmenden Mannschaften die Nase ganz weit vorne.

Während lediglich die beiden gemischten Gruppen aus Villach und Bamberg bei der Gästewertung unter die ersten zehn kamen, brachte die Region Lichtenfels gleich 16 teilnehmende Gruppen unter die ersten 30 Plätze. Mehr noch: Sie stellte den Sieger, und auch die beste Damenmannschaft kam aus dem Landkreis, aus Wolfsberg bei Bad Staffelstein.

Die vier jungen Frauen im Alter von 20 bis 25 Jahren sind allesamt seit mindestens ihrem zwölften Lebensjahr bei der Feuerwehr. An Leistungsmärschen haben alle vier schon vielfach teilgenommen. Beachtlich auch, dass sie selbst in der Gesamtwertung von insgesamt 140 Mannschaften den 16. Platz belegten und dabei so manche Herrengruppe "alt" aussehen ließen. Allerdings, so gaben sie zu, sei der Zielwurf mit der Seilleine nicht gerade ihre Paradedisziplin gewesen. Ganz anders beim Kuppeln der Saugleitungen. Hier holten die vier Frauen ihre persönliche Bestzeit.

Doch trotz allen Wettkampfgeists, alle vier sahnten schon mehrmals Preise bei Leistungsmärschen ab, stand für die Frauen auch der Spaß im Vordergrund. "Wir haben die Stadt genossen, uns mit den freundlichen Bambergern unterhalten und während des Laufens auch mal ein fröhliches Lied gesungen", erzählten sie.