Die Reibereien zwischen Bayern und Preußen sind legendär und reichen weit in die Geschichte zurück. Witze über Bayern und Preußen gibt es unzählige und auch auf der Bühne werden beide Bevölkerungsgruppen immer wieder gerne thematisiert. So wie beispielsweise von Harry G., alias Markus Stoll.

Allerdings begnügte sich der Münchner Grantler nicht damit, lediglich über den gemeinen Preußen an sich herzuziehen, sondern er wetterte im ausverkauften Hegelsaal der Konzerthalle vor knapp 600 Besuchern über eine spezielle Form der Preußen: den sogenannten Isarpreißen. Diese unterscheiden sich, wie der Mann mit Hut seinem überwiegend jüngerem Publikum zu Beginn seiner Show mitteilte, dadurch, dass die Isarpreißen eine hochwertige, teure Tracht tragen und der normale Preuße nur eine Billigtracht für 60 Euro inklusive Hemd. Zudem müssten die Isarpreißen nicht unbedingt Zuagroaste aus dem hohen Norden sein. Vielmehr handele es sich um eine Personengruppe, die mit aller Gewalt in die Schickeria-Szene von München Einzug halten wolle.

"Unterwegs ist der Isarpreiß meistens barfuß in Lederslippern mit einer weißen Leinenhose, die aber auch gern mal rosa oder rot sein darf, sowie einem hellblauen Jackett. Einstecktuch, Ray-Ban-Sonnenbrille und Wet-Gel im Haar dürfen ebenso nicht fehlen", erläuterte der Comedian. Darüber hinaus fahre der Isarpreiß einen weißen Porsche Boxster.

In seinem aktuellen Programm "Leben mit dem Isarpreiß" zeigte der ehemalige Investmentmanager, der bereits im Internet ein gefeierter Comedian ist, mal mehr, mal weniger lustig, wie die Isarpreißen ihren Alltag in München genießen. Dabei thematisiert er den Umgang mit Alkohol, geht mit der aufstrebenden Schickeria-Randgruppe auf Wohnungssuche in München und analysiert exkursionsartig das Liebesleben der Südtiroler. Zur Höchstform läuft Harry G. auf, wenn er "wutentbrannt" Yoga-Muttis und Teehaus-Insassen auf die Schippe nimmt oder wenn er seinen Spezl Alfons, ein waschechter Münchner, mit rauchiger Stimme aus dem Hartz-IV-Milieu zu Wort kommen lässt. Lachanfälle sind dabei garantiert.

Fazit: Harry G. ist es durchaus gelungen, seine zweiminütigen Youtube-Clips, die inzwischen Millionenfach geklickt wurden, zu einem unterhaltsamen Abendprogramm zu gestalten. Nicht immer war alles zum Lachen komisch, aber besonders die zweite Hälfte seiner Show sorgte für heitere Laune und machte das Programm durchaus sehenswert. Bemerkenswert war auch die Interaktivität mit seinem Publikum.