Im Heinrichsaal verbreitet sich ein angenehmer Kaffeeduft. Die Kuchentafel mitten im Raum füllt sich zusehens und auch die Tischdekoration verbreitet vorweihnachtliche Atmosphäre. Jetzt gilt es nur noch, den Raum mit Leben zu füllen. "Ich bin wirklich gespannt, wie und vor allem ob unser erstes Asyl-Café ankommen wird", fragt im Vorfeld Sylvia Schaible von der Initiative "Freund statt Fremd".

Zusammen mit zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen haben sie diese neueste Aktion für in Bamberg lebende Asylbewerber auf die Beine gestellt. Ziel des Ganzen ist es, einmal im Monat bei einem zwanglosen Treffen mit Kaffee und Kuchen Asylbewerber und Bamberger Bürger an einen Tisch und miteinander ins Gespräch zu bringen. "Es soll sowohl eine Anlaufstelle für Flüchtlinge werden, aber auch für Interessierte, die vielleicht sogar eine Patenschaft übernehmen wollen", erläuterte Schaible das Konzept.


Die Flüchtlinge sollen dabei auf der einen Seite einen schönen Nachmittag erleben und neue Freunde kennenlernen können. Zum anderen sollen sie in geselliger Runde aber auch Informationen rund um Bamberg erhalten, aber auch zu allgemeinen Fragen.

"Natürlich werden wir immer mit Rat und Tat zu Seite stehen, oder mal einen Brief für jemanden übersetzen, aber uns ist es ebenso wichtig, dass wir mit dem Asyl-Café einen Ort der Begegnung und einen Austausch zwischen Deutschen und Flüchtlingen schaffen", betont Schaible.

Auch sei geplant, dass die Treffen unter bestimmten Themen stehen oder sich auch mal speziell nur an Frauen mit Kindern richten. Oder dass einfach saisonale Feste und Feiertage wie Fasching, Ostern oder Weihnachten im besonderen Rahmen begangen werden. Zunächst jedoch wolle man testen, wie die Resonanz sei und "lediglich" einmal im Monat ein Asyl-Café abhalten, und zwar ab Februar nächsten Jahres immer am ersten Sonntag im Monat in der Zeit von 15 bis 18 Uhr. "Wenn wir dann sehen, dass die Nachfrage zu groß wird oder mehr Treffen gewünscht werden, können wir natürlich auch die Frequenz erhöhen", berichtet Schaible.

Positive Resonanz

Über mangelndes Interesse jedenfalls konnten sich die Initiatoren zum Auftakt nicht beklagen. Am Ende kamen weit über 100 Besucher - darunter auch viele Bamberger. "Es war eine sehr harmonische Stimmung und alle sind sehr schnell miteinander in Kontakt gekommen. Wir waren einfach positiv überrascht, dass die erste Veranstaltung gleich so gut angenommen worden ist", bilanzierte Gudrun Hirschfelder von der Initiative "Freund statt fremd". Selbst die Kuchentafel sei nicht ausgegangen, zumal auch einige der Flüchtlinge kleine Kuchen gebacken und mitgebracht hätten.

Ein positives Fazit zogen auch die beiden ukrainischen Flüchtlinge Omar Usv (14) und Oleksii Osipor (23). Beide haben in den drei Stunden bereits einige neue deutsche Freunde kennengelernt. "Es war einfach ein schöner Nachmittag mit vielen netten Gesprächen", schilderte Omar. Auch für seinen sechsjährigen Bruder, der sich in der Spiel- und Bastelecke vergnügt hat, während Omar selbst mit seinen neuen Freunden über Fußball, Computer und das Leben in Bamberg "philosophierte". Und auch Oleksii Osipor empfand den Nachmittag als sehr unterhaltsam. Er habe vor allem die Kommunikation mit einem gleichaltrigen Studenten aus Bamberg sehr genossen. "Wir konnten uns auf englisch sehr gut verständigen und werden auch weiterhin über Facebook in Kontakt miteinander bleiben", berichtete der 23-Jährige.

Alle wollen auf jeden Fall wiederkommen, wenn am 25. Januar das nächste Asyl-Café im Heinrichssaal ab 15 Uhr stattfindet.

"Franken helfen Franken" und "Freund statt fremd":

Idee Die Mediengruppe Oberfranken erreicht über ihre Zeitungen Fränkischer Tag, Baye rische Rundschau, Coburger Tageblatt, Saale-Zeitung und Die Kitzinger sowie ihre Internetangebote viele Menschen. Diese Reichweite will sie mithilfe eines Spendenvereins nutzen - und Hilfsbedürftige unterstützen. Mehr Infos gibt es unter franken-helfen-franken.de.

Zweck Der Spendenverein macht sich stark für ein Franken, das sich durch eine Atmosphäre des Miteinanders und der gegenseitigen Hilfe auszeichnet. Seit seiner Gründung im Jahr 2009 hat "Franken helfen Franken" 153 000 Euro gespendet.
Verwendung Jeder für "Franken helfen Franken" gespendete Euro geht an den guten Zweck, die Verwaltungskosten übernimmt die Mediengruppe Oberfranken, in der der Fränkische Tag erscheint.

Spendenkonto Die Verbindungsdaten lauten: Mediengruppe Oberfranken - Franken helfen Franken e.V.: Sparkasse Bamberg, IBAN: DE 62 7705 0000 0302 1945 01, BIC:
BYLADEM1SKB; Stichwort: "Freund statt fremd"